Wasserqualität


Trinkwasser von sehr guter Qualität 

Kürzlich sind in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein rund 300 Trinkwasserproben erhoben und auf Rückstände untersucht worden. Auch in Thayngen wurde gemessen. 

Um es vorweg zu nehmen: das Thaynger Trinkwasser ist sehr sauber. Im Untersuchungsbericht vom 11. September des Interkantonalen Labors zuhanden der Thaynger Gemeindeverwaltung steht: «Das Wasser ist betreffend der gesuchten Parameter von sehr guter Qualität» Mit Parameter sind die Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln gemeint, nach denen Ausschau gehalten wurde. Die Probe wurde am 30. April im Gebiet Hüttenleben dem Wasserleitungsnetz entnommen.

 

Die Thaynger Probe ist eine von 296, die in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein in den Monaten April und Mai erhoben wurden. Erstmals wurde hierzulande in so grossem Mass und nach den gleichen Kriterien nach Rückständen geforscht. Je nach Kanton wurde nach 50 bis 300 Abbauprodukten geforscht. Bei zwölf der Proben wurden Höchstwertüberschreitungen ermittelt (nicht in Thayngen). Wie der Verband der Kantonschemiker der Schweiz (VKS) in einer Mitteilung schreibt, stammen die belasteten Trinkwasserproben aus landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Regionen. In solchen Fällen empfiehlt der VKS als Sofortmassnahme, sauberes Wasser dazu zu mischen, um die Konzentration zu verdünnen oder gänzlich auf dieses Wasser zu verzichten und stattdessen auf eines der Reservestandbeine auszuweichen, sprich: Wasser von Nachbarnetzen zu beziehen.

 

Gänzlich unbelastet ist auch das Thaynger Wasser nicht. In winzig kleinen Mengen wurden drei Abbaustoffe von Pflanzenschutzmitteln gefunden. Zum einen Chlorothalonil-Sufonsäure und zwar 0,011 Mikrogramm pro Liter (ein hunderttausendstel Gramm). Dieser Wert liegt deutlich unter dem zulässigen Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter (ein zehntausendstel Gramm). Noch tiefer sind die Werte der beiden anderen Stoffe, Metolachlor-ESA (weniger als 0,01 Mikrogramm) und Chloridazon-dephenyl (weniger als 0,008 Mikrogramm). Für diese Stoffe gibt es keinen zulässigen Höchstwert. 

Ebenfalls untersucht wurde in Thayngen der Nitratgehalt. Nitrat ist ein Abbauprodukt von Stickstoff. Der ermittelte Wert lag bei 8,31 Mikrogramm pro Liter (acht tausendstel Gramm). Das ist etwa soviel, wie auch in völlig unberührten, vom Menschen nicht beeinflussten Wasser gemessen wird. Der zulässige Höchstwert für Nitrat liegt bei 40 Mikrogramm pro Liter (vier hundertstel Gramm). Es wurde auch nach Spuren des Herbizids Glyphosat gesucht. Ergebnis: Weder in Thayngen noch sonst wo in der Schweiz wurden Abbauprodukte gefunden.

 

Die in Thayngen gemessenen Rückstände sind klein. Doch für den Normalbürger ist es schwer nachvollziehbar, ob sie nun wirklich unbedenklich sind. Auf jeden Fall bleibt ein mulmiges Gefühl. Doch Kurt Seiler, der Leiter des interkantonalen Labors in Schaffhausen, beruhigt. Wie er kürzlich gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten» sagte (Ausgabe vom 13. September), erhalte das meiste Trinkwasser die Schulnote 5 oder 6. In der Nähe von Ackerbaugebieten könne die Note auf 4 sinken. «Aber keine Sorge – wir können den Hahnen weiterhin aufdrehen und das Wasser trinken, ohne das unsere Gesundheit gefährdet ist – wir sollten keine Panik machen.»

In der «Tages-Anzeiger»-Ausgabe vom 14. September wurde der Basler Humantoxikologe Lothar Aicher gefragt, ob ein genügend grosser Sicherheitsabstand zwischen Grenzwert und tödlicher Dosis eingehalten werde. Er antwortete, dass die tödliche Menge von Chorothalonil-Sulfonsäure im Tierversuch bei 2 Gramm pro Kilo Körpergewicht liege. Ein Mensch von 60 Kilo müsste also 120 Gramm aufnehmen. «Wenn wir davon ausgehen, dass dieser Mensch einen Liter Wasser pro Tag trinkt, bräuchte es eine Konzentration, die eine Milliarde Mal höher liegt als der Grenzwert von 0,1 Mikrogramm.» In Thayngen wurde 0,011 Mikrogramm Chlorothalonil-Sulfonsäure gemessen, also ein Zehntel des Grenzwerts oder ein Zehnmilliardstel der tödlichen Dosis. (vf)

Artikel aus dem Thaynger-Anzeiger vom 24.09.19

 
 
 
© 1996-2010 Gemeinde Thayngen Kontakt Sitemap Impressum/Disclaimer