08.03.2012

Projekt Naturpark: Vorarbeit und Chance nutzen


Thayngen wird unter Vorbehalt dem Trägerverein für einen regionalen Naturpark während der vierjährigen Versuchsphase beitreten

Der Verein Agglomeration Schaffhausen VAS hat nebst den Bereichen „Siedlung und Verkehr“ sowie „Kultur“ etc. einen „Naturpark“ analog anderen Regionen in der Schweiz ausarbeiten lassen. Ein Naturpark soll die Gebiete ausserhalb des Agglomerationsgürtels Beringen – Neuhausen – Schaffhausen – Thayngen stärken. Konkret geht es dabei, die Wertschöpfung der ländlichen Regionen zu fördern. Dies auch hinsichtlich des Finanzausgleichs, der nicht alle Strukturstärkungen bzw. Strukturbereinigungen abdecken kann und dabei die zahlenden Gemeinden gegebenenfalls noch mehr belastet!

Nachdem der „Naturpark Schaffhausen“ bereits vor einem Jahr im Einwohnerrat Thayngen vorgestellt wurde, tritt das Projekt nun in eine neue Phase. Der Vorstand und die Delegiertenversammlung des VAS haben das Vorhaben „Naturpark“ anhand eines ausführlichen „Managementplanes“ genehmigt. Ziel ist, dass die einzelnen Gemeinden jetzt dem zu gründenden Trägerverein für einen regionalen Naturpark während einer vierjährigen Versuchsphase beitreten. Mit dem neuen Trägerverein sollen die Versuchsphase und der Betrieb des Parks vorangetrieben werden. Im Januar 2012 wurde der Gemeinderat Thayngen detailliert darüber informiert. Dabei wurde festgestellt, dass eine grosse Vorarbeitet geleistet wurde, die es jetzt zu nutzen gilt. Ob der Name „Naturpark“ für dieses Wertschöpfungsprojekt der richtige ist, muss während der Versuchsphase diskutiert werden.

Nebst der mit möglichen Bundesbeiträgen gestützten positiven Wertschöpfung im ländlichen Raum sind verständliche Ängste bei der Umsetzung des Parks vorhanden. Die Landwirtschaft und weitere Kreise befürchten, dass mit der Annahme des regionalen Naturparks neue Auflagen, Gesetze und vermehrte Einschränkungen erlassen werden. Diese kritische Haltung ist vor allem in Regionen zu respektieren, in denen die Biodiversität zuerst aufgebaut werden muss. Dies war wohl auch der Grund, dass landwirtschaftliche Produzentenkreise in der Region Seerücken / Thurtal den Naturpark abgelehnt haben. Der Untere Reiat und der Randen bieten jedoch genau diese Biodiversität weit über die Anforderungen hinaus an.

Biodiversität bereits vorhanden
Aufgrund der intakten Ortschaften und der vielseitigen Naturschönheiten bieten sich der Untere Reiat und der Randen für einen regionalen Naturpark an. Dies mit der Auflage, dass keine neuen, einschränkenden Gesetze darauf basierend erlassen werden. Ein Atomendlager bzw. Oberflächenlager kann mit dem Naturpark nicht verhindert werden. Er wäre aber ein weiteres Element, sich dagegen auszusprechen. Interessant ist zudem, dass die Gemeindevertreter von Schleitheim, eine Gemeinde mit einer überaus leistungsfähigen Landwirtschaft, dem Trägerverein während der Versuchsphase zur Errichtung des Naturparks beitreten wollen. Schleitheim möchte sich nach wie vor als vielseitige Wohngemeinde im Kanton positionieren. Ein Zeichen dafür, dass Schleitheim die Wertschöpfung des Naturparks positiv beurteilt.
Mit dem PREWO Projekt rund um die Trotte Osterfingen machen die Gemeinden Wilchingen, Osterfingen und Trasadingen vor wie die regionale Entwicklung im ländlichen Raum gefördert werden kann.

Kritisch und konstruktiv mitwirken
Die Ortsteile des Unteren Reiat werden im Gegensatz zu Thayngen in den Perimeter des regionalen Naturparks einbezogen. Der Gemeinderat erachtet es als erstrebenswert, in der vierjährigen Versuchsphase, die zur Errichtung des regionalen Naturparks dient, im Trägerverein mitzuwirken. Dies unter Vorbehalt, dass der Einwohnerrat jeweils jährlich dem Budgetposten von Fr. 5‘000.— zustimmt. Zudem behält sich der Gemeinderat Thayngen das Recht vor, während der vierjährigen Versuchsphase aus dem Trägerverein auszutreten bzw. den Naturpark abzulehnen, falls keine wirtschaftlich positiven Punkte daraus resultieren oder neue Vorschriften und Gesetze erlassen werden.

 


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