25.08.2015

Randnotizen August 2015 von Philippe Brühlmann


Liebe Einwohnerin, lieber Einwohner

Ich hoffe, Sie hatten eine schöne Sommerferienzeit. Wahrlich, über diesen Sommer können wir uns nicht beklagen, auch wenn die Hitze dem einen oder anderen zu schaffen machte. Auch beim Arbeiten spürte man, wie die Wärme einen lähmen konnte. Aber die Gelegenheit, danach noch ins kühle Nass zu springen brachte wieder den gewissen Schub. Und nachdem Sie nun dem Thaynger Anzeiger entnommen haben, was meine Wenigkeit am Feierabend noch zu sich nimmt und was als Ersatz für den Tabak seit 1 ½ Jahren genussvoll verdampft, wird es nun wieder etwas ernster.

Busverbindungen
Sie erinnern sich sicher an die grossen Diskussionen vor den Sommerferien um unsere Busverbindungen. Ein kleiner Erfolg hat sich eingestellt, wurde doch die Linie 24 nicht vollständig gekappt. Ebenso konnte die Linie 26 gestärkt und bezüglich der Schulzeiten etwas verbessert werden. Ein grosses Problem besteht jedoch noch darin, dass die Schüler, Schülerinnen und Kindergartenkinder keine Busverbindung haben, die sie auf 8:20 Uhr ins Schulhaus im Unteren Reiat bringt. Der Gemeinderat ist jedoch bemüht, so schnell als möglich eine Lösung zu finden!

Diverse Feste und Feiern
Erfreulich war dieses Jahr der Besuch der 1.-Augustfeier in der Badi. Ein neuer Versuch des Gemeinderates, der einen grossen Anklang fand. Es mussten zusätzliche Sitzgelegenheiten bereitgestellt werden, die Stimmung war gut, eine interessante Rede wurde geboten und nebst den kulinarischen Köstlichkeiten aus der Küche gab auch der Musikverein musikalische Delikatessen zum Besten.

Der Brunch in Bibern war ein riesiger Erfolg, strömten doch die hungrigen Besucher in Massen in die Scheune. Abends wurde in einigen Ortsteilen ausgiebig gefeiert und mit Musik und Ansprachen der Geburtstag der Schweiz bis in die Morgenstunden begangen. Ein richtig schöner Tag mit vielen Eindrücken trotz ein bisschen Regen.

Der Freiwilligenpreis wurde im Rahmen einer kleinen Zusammenkunft der jugendfördernden Vereine und Institutionen am letzten Freitag würdig gefeiert. Eingeladen waren diverse Repräsentanten dieser vorbildlichen Vereine. Nach dem Apéro und der Begrüssung wurde eine Laudatio gehalten, ein gutes Essen serviert und ein kleiner Cabareteinsatz von Hans-Werner Hübscher zum Besten gegeben, gefolgt von gemütlichem Beisammensein.
Es liegt auf der Hand, dass Institutionen, die Jugendförderung betreiben, einen wichtigen Teil an die Entwicklung der Jugendlichen beisteuern, das soziale und kulturelle Leben auf eine einzigartige Weise prägen und somit für unsere Gesellschaft eine wichtige Bedeutung haben. Diese Feier sollte die Wertschätzung widerspiegeln, die man den Freiwilligen entgegenbringt, die ihre Zeit zugunsten unserer Kleinsten, Kleinen und Jugendlichen einsetzen. Nochmals vielen herzlichen Dank für diesen wichtigen Beitrag!

Das politische Parkett…
… wird sich am Donnerstag im Rahmen der Einwohnerratssitzung hauptsächlich mit der Zementi-Südgeschichte befassen. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Initiative des Vereins Wohnqualität Thayngen am 18. Oktober an die Urne zu bringen. Obwohl das Ganze an Komplexität mittlerweile kaum zu überbieten ist, sind einige Fakten und Konsequenzen relativ einfach zu erkennen. Fakt ist, dass der Gemeinderat die Initiative zur Ablehnung empfiehlt, da die Formulierung des Initiativtextes zwar viel Spielraum lässt, aber genau dadurch auch Schadenersatzforderungen in mehrfacher Millionenhöhe auslösen kann. Demgegenüber empfiehlt der Gemeinderat jedoch dem Einwohnerrat, einen Gegenvorschlag zu formulieren und zu verabschieden. Dies im Sinne einer Umzonung, wie sie in der abgelehnten Revision der Bau- und Nutzungsordnung zum Tragen gekommen wäre.
Mit diesem Instrument hätte der Stimmbürger eine faire Möglichkeit, an der Urne zu sagen, was er will und die Gemeinde und Betroffenen hätten endlich Klarheit. Somit darf man gespannt sein auf die Diskussion!

Ebenso werden die Wassergebühren die nächsten Wochen wohl omnipräsent sein. Man kann verschiedene Ansichten haben. Der Gemeinderat hat jedoch einen klaren Auftrag, dass das Lebensmittel Wasser jederzeit und überall in der Gemeinde den Bewohnern zur Verfügung steht. Wir haben gelernt, dass bei Investitionen in diese Werke und die Infrastruktur nicht gespart werden kann und darf. Es muss auch die Nachhaltigkeit für zukünftige Generationen berücksichtigt werden. Der Gemeinderat macht nichts anderes als seine Arbeit, dies gewissenhaft und weder auf Vorrat noch aus „Luxusgelüsten“. Es geht rein um die Sicherstellung einer guten und zuverlässigen Wasserversorgung für alle. Diese muss schlussendlich auch finanziert werden. Abschliessend muss auch erwähnt werden, dass sich Thayngen damit nicht in die Position der teuersten Gemeinde bezüglich Wassergebühren katapultiert und im Gegenzug die Abwassergebühren gesenkt werden. Eine Vergleichsliste der Gemeinden im Kanton Schaffhausen liegt entsprechend vor.
Bitte berücksichtigen Sie diese Ausführungen, wenn Sie den Stimmzettel ausfüllen. Sie werden auch Gelegenheit haben, sich an der Informationsveranstaltung des Gemeinderates am 29. August 2015 vor Ort zu informieren. Die Details dazu werden noch bekanntgegeben.

Der Mahnfinger
Ein heisses Thema: Haben Sie sich auch schon über den Stau am Samstagmorgen beim Zollamt Bietingen-Thayngen geärgert und über die Schlange, die sich beim MwSt-Abstempeln bildet? Haben Sie sich auch schon mal darüber Gedanken gemacht, was durch diesen fast unheimlichen Einkaufsfanatismus an Wertschöpfung momentan in den grossen Kanton abfliesst? Ich mache mir vielfach Gedanken darüber; umso mehr, da ich erst kürzlich von einem grossen Detaillisten einen Prospekt im Briefkasten hatte. In grossen Lettern stand da etwas von Mehrwertsteuersparen und Eurokursvorteilen und Schweizerwochen usw. Und jetzt mache ich mir langsam andere Gedanken. Nämlich über unsere Kinder, die in den heimischen Gewerben irgendwann eine Lehre machen wollen und über die Väter, die ihr Geld täglich verdienen sollten, um die Familie zu unterhalten. Seit längerem findet ein Bruch im wirtschaftlichen Kreislauf statt und ohne unser Gewerbe, welches ebenfalls seinen Umsatz braucht, wird es weniger Lehrstellen und weniger Arbeitsplätze geben. Anstatt sich zu ärgern, könnte man sich diese Gedanken mal durch den Kopf gehen lassen, wenn man am Samstagmorgen im Stau am Zollamt steht oder in der Schlange vor dem genervten Zollbeamten auf den Stempel wartet.

Liebe Leserin und lieber Leser, ich wünsche Ihnen eine schöne Restsommerzeit und bis bald!

Herzlichst
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident Thayngen
 


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