25.02.2016

Randnotizen Februar 2016 von Philippe Brühlmann

 
 

Liebe Einwohnerin, lieber Einwohner

 

An dieser Stelle muss ich eingestehen, dass nebst dem berühmten Januarloch ein gewisses Themenloch für die jetzigen Randnotizen herrscht…. Es gibt tatsächlich Phasen, in denen den über der Tastatur zum Schreiben   bereiten Fingern der Befehl aus dem Hirn fehlt und sich dabei eine gewisse Starre entwickelt. Nun, das ist wahrscheinlich schon fast jedem passiert. Aber dies könnte man natürlich folgendermassen auslegen und sich fragen: hat der „Kerli“ nichts mehr zu tun? Dem ist jedoch nicht so, aber bei meinen Zeilen versuche ich Themen zu wählen, welche  für Sie als Leserin oder Leser am interessantesten sein könnten. Ob dies die letztjährige Statistik der verkauften Hundemarken oder das Resultat meiner alljährlichen Spielautomatenkontrolle in der Gemeinde wäre, ist wohl fraglich…. Es gibt wahrscheinlich Spannenderes, worüber man schreiben kann….

 

Das Jahr hat grundsätzlich gut angefangen. Wie eingangs erwähnt, gibt dieses berühmte Januarloch auch Gelegenheit, Geschäfte, welche liegen geblieben sind und „buchhalterisch“ ausgedrückt transitorisch ins neue Jahr wechselten, erledigt werden können. Ebenso sind resp. waren die einen oder anderen bereits in der Vorfreude auf die Winter-Sportferien. Dies traf auch bei Ihrem Gemeindepräsidenten zu, ging er doch (Sie werden es sicher erraten…) wiederum ins Val Müstair; dem wunderschönen Tal hinter dem Ofenpass, in der Nähe des Nationalparks, welches sich in jeder Jahreszeit als wunderbarer Erholungsort präsentiert. Schöne Landschaften, gutes Essen, sehr nette Menschen und ein ausgewogenes Angebot… wie bei uns im Reiat! Bei einer Flasche vorzüglichem „Hahnenburger“ aus der Wasserversorgung (Biosfera-Wasser) und einer Pizza (keine typische Speise des Tals, aber angrenzend an Italien doch vertretbar…) war die Diskussion mit dem amtierenden Gemeindepräsidenten der Comün Val Müstair über Gemeinsamkeiten, trotz der völlig anderen geografischen Lage wiederum interessant. Die Grenznähe, die Herausforderungen eines grossen Gemeindebannes mit diversen Ortsteilen sowie die innenpolitischen Gegebenheiten sind praktisch identisch. Anders ist derzeit noch die Exekutivstruktur, welche jedoch am nächsten Abstimmungstermin vom 28. Februar im Tal verändert werden soll. Nachdem die Gemeinden des Val Müstair fusionierten, wurde aufgrund der Verträge ein Vorstand gebildet, mit einem Sitz aus jeder Fraktion (so sind die Ortsteile bezeichnet) sowie dem Präsidenten, welcher Exekutive bildet. Dieses Konstrukt führte aber bald zu Problemen, erhielten dadurch die Partikulär Interessen der einzelnen Ortsteile zu viel Gewicht, was zu Lasten der Allgemeinheit ging. Dies soll nun die Abstimmung ändern, indem eine fünfköpfige Exekutive, ohne einen Sitzanspruch der einzelnen Ortsteile, eingesetzt werden soll. Das Abstimmungsresultat und dessen Auswirkungen wird sicher ein Thema mit meinem Amtskollegen werden, wenn ich beim nächsten Mal in den Schönheiten des Val Müstair ein paar erholsame Tage geniessen kann.

 

Apropos Abstimmungen: Der 28. Februar wird ein spannender Sonntag, gerade auf nationaler Ebene. Bei gewissen Fragen stellt man recht hohe Emotionen fest. Auch die kantonalen Vorlagen wie Spital und Strukturreform geben gewichtigen Anlass zur Diskussion, weshalb unsere kommunale Vorlage in der Diskussion fast ein bisschen untergeht. Man kann feststellen, dass über alle Ebenen hinweg schon länger kein Abstimmungssonntag ein so grosses Schwergewicht an Entscheidungen mit sich bringt; sei dies nun Gotthard, Durchsetzung, Ehestrafe oder Nahrungsmittel, Spital oder Zukunft der Gemeinden. Je nach Resultat werden grosse Pflöcke eingeschlagen, entsprechend steigt auch der Puls…

 

Was läuft sonst noch: Im Alterswohnheim gehen die Arbeiten mit Hochdruck weiter, die zweite Phase (ich berichtete in den letzten Notizen) wird entsprechend vorbereitet. Beim Bahnhof werden die letzten Detail-Arbeiten fertiggestellt und der Bau der zusätzlichen Abstellgeleise für die S-Bahn-Doppelkompositionen wird vorbereitet resp. geplant. Die „unendliche Geschichte“ Pfahlbauerhaus wird nach wie vor mit entsprechendem Druck unsererseits weitergeführt, die Gemeindefinanzen nach dem letzten schwierigen Jahr konsolidiert und weiterhin werden Optimierungen angegangen.

 

Ebenso dürfen wir uns in diesem Jahr wieder auf viele schöne Anlässe freuen: Nebst dem ausgezeichneten Angebot des Kulturvereins finden wiederum die Erzählzeit am 7. April (übrigens mit einem Autor aus dem Val Mustair, was jedoch nicht auf die Ferienaufenthalte zurückzuführen ist) und ein Teil der Experimentellen, mit Vernissage am 5. August in Thayngen statt. Nicht zu vergessen sind die Vereinsanlässe und weitere tolle Events, die meistens für den Veranstaltungskalender auf der Gemeinde-Internetseite angemeldet werden, womit Sie sich über das vielfältige Angebot in unserem Dorf informieren können.

Zum Schluss noch dies: Alle, die an der diesjährigen Fasnacht waren sind mit mir wahrscheinlich einig, dass es wiederum ein tolles Fest mit sehr guter Stimmung und vielen Teilnehmern war; an dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle, die einen Teil dazu beigetragen haben.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Frühlingmonat März und bis bald!

 

Herzlichst

Ihr Philippe Brühlmann

Gemeindepräsident Thayngen



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