21.02.2017

Randnotizen Februar 2017 von Philippe Brühlmann

 
Liebe Leserin, lieber Leser
 
Vor 3 Wochen noch war ich mit der Familie in den Ferien an unserem Lieblingsort Tschierv im Münstertal. Verschneite Berge, schöne Landschaft und eine wunderbare Flora und Fauna im Win­terkleid. Obwohl die Schneemengen nicht überragend waren, konnte man seinen Wintersportgelüsten mit vollem Elan nachkommen… Schneeschuhlaufen mit Wildbeobachtungen, Alpines Skifahren oder eine einfache Wanderung entlang der frequentierten Loipen brachten die gewünschte Erholung. Ein schöner Ort, den man eigentlich ungern verlässt, aber trotzdem: Das Heimkommen nach 2 Wochen in unsere Gemeinde ist etwas wunderbares….
 
Eigentlich ist es im Februar etwas schwierig, die richtigen Zeilen und Themen zu finden und diese auf Papier zu bringen. Das sogenannte Januarloch ist in gewissen Jahren doch präsent. Dieses Mal er­laube ich mir an dieser Stelle etwas, was ich normalerweise nicht tue. Ich reagiere auf einen Presse­artikel, da dieser so viele Unwahrheiten enthält.

Schauen wir uns die Sache mal pragmatisch an: Während den Sportferien erschien in einer Wochen­zeitung ein Artikel bezüglich der Beantwortung einer Interpellation über die Höhe der Heimtaxen nach dem Umbau/Neubau unseres Alterswohnheims an der letzten Einwohnerratssitzung. Diese Beant­wortung hat verständlicherweise für Diskussionsstoff gesorgt, das liegt in der Natur der Sache. Am Anfang des Berichtes steht, dass der Gemeindepräsident den Journalisten „verschwörerisch“ sagte, sie sollen nicht gleich alles weitererzählen. Dabei war der schreibende Journalist dieses besagten Berichtes an jenem Abend nicht mal im Saal. Weiter wird behauptet, dass es für den Gemeindepräsi­denten wohl kaum eine unangenehmere Angelegenheit gäbe wie unser Alterswohnheim. Umgangs­sprachlich würde ich sagen: „Gohts no?“. Unser Alterswohnheim, insbesondere die Leitung und das ganze Personal, machen einen ausgezeichneten Job mit viel Herzblut und Einsatz und bieten täglich, trotz des Umbaus, eine hochstehende Qualität. Das ein solcher Umbau in dieser Dimension mit ge­wissen Unannehmlichkeiten für die Verantwortlichen und Betroffenen verbunden ist, ist nicht zu ver­meiden. Aber der Gemeindepräsident, das versichere ich Ihnen, hat grosse Freude an unserem Heim und der Umbau, auch wenn die Baukosten nun sehr unerfreulich sind, wird beim Abschluss eine gute Sache werden.
Weiter wird behauptet, dass nur billige Baumaterialien budgetiert wurden, die aus Qualitätsgründen gar nicht ausreichen würden. Wo um Himmelswillen, muss man sich fragen, gelangen solche unwah­ren Fakten an die Presse? Und welches Ziel verfolgt man damit? Eventuell von dem genannten omi­nösen und anonymen Baufachmann, der am Projekt beteiligt ist und heute noch kritisiert, dass man keinen reinen Neubau gemacht habe? Dieser Experte meint, dass der Baureferent und der Gemein­depräsident den Mut nicht gehabt hätten, einen Neubau gegen den Wiederstand aus der Bevölkerung zu vertreten. Naja, liebe Leserin und lieber Leser, ich empfehle an dieser Stelle die Abstimmungsbro­schüre vom August 2012 hervorzuholen (falls noch vorhanden) und Seite 5 bis 7 durchzulesen. Man findet dort die Kommission, die sich eingehend mit dem Thema befasst und einen Vorschlag an den Gemeinderat formuliert hat. Ich gehe sehr stark davon aus, dass diese Arbeit seriös gemacht wurde.
Kurz erwähnt werden auch die Kompetenzüberschreitungen, die der Gemeinderat getätigt haben soll. Dort ist der Bericht wohl am korrektesten. Der Gemeinderat hat, ohne die entsprechende Freigabe des Einwohnerrates vorab abzuholen, ungebundene Ausgaben verabschiedet und diese Arbeiten wurden ausgeführt. Die Absicht war klar, dass keine Verzögerungen beim Bau entstehen. Diese Ausgaben werden an der nächsten Sitzung dem Einwohnerrat zur Abnahme vorgelegt.

Der Bericht kommt dann natürlich auch auf die Taxen zurück, wobei der Gemeindepräsident gemäss Artikel kein grosses Aufsehen darüber haben möchte. Nun, eine kleine Rekapitulation dürfte auch da helfen, dass die Überraschung, wie sie von einigen kundgetan wird, gar nicht so überraschend sein sollte. Im Januar 2012 wurde die Sache von einem spezialisierten Treuhandbüro im Auftrag des Ge­meinderates durchgerechnet. Basierend auf die budgetierten 25 Millionen geht aus dem Bericht her­vor, dass die Taxen zwischen CHF 125.- und CHF 150.- zu liegen kommen dürften. 2014 ergab eine Nachrechnung basierend dem damaligen Stand CHF 130.- bis 150.-. Dies hat auch der Gemeinderat so kommuniziert, denn auf Seite 8 der Abstimmungsbroschüre wurden die Taxen ebenfalls erwähnt.
 
Nun, langer Rede, kurzer Sinn: Es ist schade, dass durch die Art solcher Berichterstattungen den daraus resultierenden Konsequenzen keine Beachtung geschenkt werden.
Erstens ist es unterste Schublade, wenn mit Unwahrheiten an die Öffentlichkeit gefahren wird.
Zweitens ist der Gemeinderat in der Verantwortung, dieses Projekt so durchzuziehen, dass für unsere BewohnerInnen die Unannehmlichkeiten so gering wie nur möglich gehalten werden. Natürlich hat der Gemeinderat seine Kompetenz ein Stück weit überschritten, aber dafür stehen wir hin zugunsten ei­nes zu vermeidenden Bauunterbruchs. Wir sitzen nicht, wir tun!

Drittens muss die Politik wieder zur Ruhe finden; die Fakten liegen auf dem Tisch, und es ist wichtig, sich gemeinsam hinter das Projekt zu stellen; denn es ist eine gute Sache, die Thayngen bekommen wird und sollte nicht zum politischen Spielball auf Kosten aller Beteiligten im Alterswohnheim werden.

Und viertens, liebe Leserin und lieber Leser, haben die (negativen) Zeitungsberichte einen direkten Einfluss auf das operative Geschäft. Die in letzter Zeit veröffentlichten Negativberichte haben nach­weislich zu Stornierungen bei den Anmeldungen im Alterswohnheim geführt. Da können sich das mo­tivierte Kader und unsere sehr guten Angestellten noch so Mühe geben… die Ohrfeige bleibt, und die schmerzt!
 
Liebe Leserin, lieber Leser
Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit und freue mich auf unsere nächsten Begegnungen!
 
Herzlich,
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
 
 
 
 


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