21.01.2015

Randnotizen Januar 2015 von Philippe Brühlmann


Liebe Einwohnerin, lieber Einwohner

Das neue Jahr ist schon voll im Gange und wir können sagen, dass wir wohl eine spannende Zeit mit einigen grösseren Herausforderungen vor uns haben werden. Bereits Ende des alten Jahres hat man in unserer Gemeinde diverse Weichen gestellt oder sie wurden von über uns liegenden Ebenen gestellt. Wie auch immer, wir werden diese Weichenstellungen entsprechend anpacken und versuchen, diese erfolgreich umzusetzen. Dabei ist die Gemeinde Thayngen mit ihren Ortsteilen immer noch die leistungsfähige Gemeinde im Kanton dank ihrer offenen Bevölkerung, dem innovativen Gewerbe und der Industrie und nicht zuletzt der überaus attraktiven und aktiven Vereinslandschaft, die für das breitgefächerte kulturelle und soziale Umfeld sorgt.

Der Neu- und Umbau des Alterswohnheimes wird sicher von zentraler Bedeutung sein. Eine Herausforderung dieser Art, auch finanziell, ist nicht alltäglich für unsere Gemeinde und stellt besondere Ansprüche an den Gemeinderat und Einwohnerrat. Zudem wird vom Personal in dieser 3-jährigen Bauzeit viel abverlangt und für Bewohner und Angehörige wird die Bauzeit nicht einfach werden.
Fakt ist aber, dass der Souverän klar hinter dieser Institution steht und dass ein Generationenwerk gewünscht wird. Nun ziehen wir das Projekt gemeinsam durch und freuen uns auf einen Gegenwert, der uns hoffentlich lange Freude machen wird. Ebenso setzt der Gemeinderat alles daran, dass die Kosten entsprechend eingehalten werden können. Er hofft, dass ein älterer Bau - wie unser Alterswohnheim - während der Sanierung nicht allzu grosse Überraschungen bereithält.

Anschliessend zum obigen Thema werden uns sicher die Finanzen stark beschäftigen, wird unsere Verschuldung doch ansteigen. Aber es gibt auch andere Themen, wie beispielsweise das Entlastungspaket des Kantons, welches natürlich aus Sicht der Gemeinden einiges an Zündstoff bereithält. Nur schon die versuchten Eingriffe in die Gemeindeautonomie werden sicher viel zu reden geben. Das Paket beinhaltet Verschiebungen von Dienstleistungen, Steuererhöhungen wie beispielsweise die Hundesteuer (diese haben die Besitzer von 4-beinigen Freunden schon zu spüren bekommen) und als Gipfel würde noch ein Steuerfussabtausch stattfinden. Man kann natürlich dabei verschiedene Ansichten teilen. Aber ob diese BAK-Basel-Studie, welche den Kanton durchleuchten sollte, wirklich das Erhoffte gebracht oder man sich kantonsseitig vielleicht eher zurückhaltend an die Empfehlungen gehalten hat, dies zu beurteilen, überlasse ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser. Fakt ist aber, dass sich die Gemeinden und damit auch Thayngen an vorderster Front für die Gemeindeautonomie einsetzen. Bildet diese im Subsidiaritätsprinzip, wie in unserer Verfassung gegeben, die Basis, die unseren gesamten Staat schlussendlich trägt.

Weiter werden uns auch die Wahlen auf nationaler Ebene beschäftigen, was gerade für uns sicher von grossem Interesse sein wird. Kantonal wird uns am 8. März die Abstimmung der Baugesetzrevision beschäftigen, die aus der Sicht von Thayngen eine gewisse Brisanz hat. Das Energiestadtlabel zeugt von fortschrittlichen Ideen und Projekten, die konsequent umgesetzt wurden und weiterhin werden, sei dies auf privater, unternehmerischer Seite oder seitens der Gemeinde. Weiter soll die Inventuraufnahme durch die Erbschaftsbehörde freiwillig gemacht werden können, d.h. eine Inventur wird nur noch auf Wunsch der Angehörigen erstellt, ansonsten per Fragebogen. Ein aus Sicht der Gemeinden trügerisches Experiment, welches die Gerichtsfälle sicher nicht mindert und die Schwächsten aus einem gewissen Schutz entlässt.

Sehr spannend natürlich unsere sich abzeichnende kommunale Abstimmung: Das Referendum gegen den Zonenplan aus der Revision der Bau und Nutzungsordnung anlässlich der Fusion mit dem Unteren Reiat kam mit etwas über 100 Unterschriften zustande. Der Gemeinderat hat basierend auf dem RSE-Projekt (Regional- und Standortentwicklung) u.a. die Mühliwiis als potenzielles Gebiet zu Verdichtung nach Innen in den Fokus genommen und in die Revision einbezogen. Das neue Raumplanungsgesetz zeigt, dass diese Strategie des Gemeinderates, bezogen auf die Entwicklungsnachhaltigkeit, die richtige ist. Wir sind angehalten, die ländlichen Regionen zu schützen und die Potenziale im Innern vorerst zu nutzen und die Entwicklungsmöglichkeiten gerade hinsichtlich der nationalen Gesetzgebung nicht zu behindern.

Damit, liebe Leserin und lieber Leser, schliesse ich meine ersten Randnotizen im neuen Jahr, wobei ich Ihnen nochmals viel Erfolg, Gesundheit und Glück wünsche. Ich hoffe, dass Ihnen das neue Medium, in dem nun diese Zeilen stehen, ebenfalls gefällt.


Herzlichst
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident Thayngen
 


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