21.01.2020

Randnotizen Januar 2020 von Philippe Brühlmann


Liebe Leserin, lieber Leser
 
Ich hoffe, Sie konnten das neue Jahr ruhig und gesund beginnen. Die Gesundheit ist eines unserer höchsten Güter und vielmals, wenn man guter Gesundheit ist, hat diese Gegebenheit fast selbstverständlichen Charakter. Ist man gesund, ist fast alles möglich. Man hat Energie, kann sich einsetzen und engagieren und hat somit seine Erfolge. Trifft es jemanden insofern, dass die Gesundheit nicht mehr so mitspielt wie sie sollte, kann sich das Leben sehr schnell ändern und vieles aus den Angeln heben. Diesbezüglich versuche ich auch mich selber immer wieder daran zu erinnern, dass einem alles nichts nützt, wenn man nicht das Glück einer guten Konstitution hat und dankbar sein muss, wenn der Körper täglich mitspielt und alles mitmacht, was wir ihm zumuten.
Nachdem ich in den letzten Randnotizen meiner persönlichen Festtagsattituden freien Lauf liess, werde ich nun etwas substanzieller. Ich möchte vorab schon darauf hinweisen, dass in den folgenden Zeilen ausschliesslich die Meinung des Schreibenden wiedergegeben wird.
 
Seniorenzentrum Im Reiat, Klarstellung Nummer 1:
Ich bin immer wieder ausserordentlich angetan vom Selbstbewusstsein einiger Menschen. Dazu zählt auch ein Leserbriefschreiber, welcher mit einem Satz in früheren Medienberichterstattungen wohl nicht einverstanden war und dies entsprechend am 8. Januar 2020 in einer Schaffhauser Tageszeitung kundgetan hat. Dieser Leserbriefschreiber war ein langjähriger Mitarbeiter der Gemeinde Thayngen, bevor er sich einer neuen Herausforderung stellte. Nun, den Satz, den er monierte, war jener bezüglich der "prekären Situation", die der damals neue Zentrumsleiter angetroffen haben soll, was er wohl nicht so stehen lassen wollte. Man kann sich nun fragen, was die Motivation für diesen Leserbrief war und wie immer, wenn es um heikle Angelegenheiten geht, darf man insofern als ehemaliger Arbeitgeber nicht darüber sprechen. Das ist auch richtig so, jedoch muss man sich als «Exekutivler» daran gewöhnen mit dem Rücken zur Wand zu stehen und sich mit Fakten nicht wehren zu können aus Daten- und Persönlichkeitsschutzgründen. Nun, wie dem auch sei: Was man darf ist auf Tatsachen hinweisen. Wenn man sich die Zeit nimmt und den Leserbrief aus dem Archiv hervorzieht, sind die folgenden Sätze sicher von Interesse. Am 30. November 2015 erhielt der Gemeinderat den Auditbericht der Curaviva (nicht einfach eine Institution, sondern DER nationale Verband) bezüglich Qualität in der Pflege im damaligen Alterswohnheim. Dieser Bericht, respektive das Audit, wurde auf Wunsch des Gemeinderates erstellt beziehungsweise durchgeführt. Der Bericht wurde in der Folge auch der Kommission für Gesundheit und Alter zugestellt und letztes Jahr erhielten erstmals alle Einwohnerräte Einsicht in dieses Dokument. Ansonsten wurde der Bericht vertraulich behandelt und dies rein zum Schutz der Persönlichkeitsrechte. Mittlerweile ist uns ja bewusst, dass trotz Vertraulichkeit offenbar Teile daraus auch bei einzelnen Medienschaffenden gelandet sind. Der Bericht umfasste 22 Seiten, gut gefüllt mit Feststellungen. Im Anhang ein weiteres 16-seitiges, tabellarisch geführtes Dokument mit 64 Massnahmen, welche teils dringendst empfohlen wurden. Über die Hälfte der Massnahmen waren rot markiert mit der Einstufung "Dringender Handlungsbedarf, teilweise geschäftskritisch"(!). Für die restlichen Punkte wurde empfohlen "Änderungen aufgleisen und Initiative ergreifen". Die Massnahmen wurden ab Sommer 2016 schrittweise umgesetzt und insbesondere die geschäftskritischen Punkte in der damaligen Pflege wurden entsprechend erledigt. Dies zu den Tatsachen.
Nun, was will ich Ihnen damit sagen: Wenn Sie sich mit den Zusammenhängen etwas befassen, stellen Sie unschwer fest, dass es mir sehr leicht fällt solche Leserbriefe zur Kenntnis zu nehmen. Jedoch erlaube ich mir auch an dieser Stelle dem Verfasser zu raten, die Veröffentlichung solcher Mitteilungen eventuell zu überdenken. Geht man davon aus, dass das Öffentlichkeitsprinzip in dieser Frage höher gewichtet werden sollte und man diesen Auditbericht in der Folge veröffentlichen würde (was aus meiner bescheidenen Sicht der Fall sein sollte), kann der Schuss mit jenen Äusserungen ganz massiv nach hinten losgehen.
 
Seniorenzentrum Im Reiat, Klarstellung Nummer 2:
Ein weiteres kleines Eingesandt erregte am 7. Januar in dieser Wochenzeitung kurz meine bescheidene Aufmerksamkeit. Ob sich der Gemeindepräsident nicht etwas zu wichtig nehme, wird da gefragt. Nun, liebe Leserin und lieber Leser, natürlich nehme ich mich wichtig, um für unsere schöne Gemeinde und unseren Bezirk einzustehen und sich gegen allfälliges modernes Raubrittertum, welches uns nicht guttun würde, zur Wehr zu setzen. Dafür wird man schliesslich gewählt. Der elegante Schwenk des Verfassers auf einen Alt-Kantonsratspräsidenten und ehemaligen Gemeindeangestellten in höherer Stellung ist wahrlich amüsant. War dieser 2013 der höchste Schaffhauser, ist aufgrund der Anzahl Wahlbezirke wieder Zeit für einen Reiatemer. Oder nicht? Nun, auch hier stellt sich wiederum die Frage, warum dieser Text. Es stellt sich, und da knüpfe ich beim obigen Abschnitt an, schon die Frage, warum dem Gemeindepräsidenten ans Bein gepinkelt wird. Ist es einfach Wahlkampf oder will man eventuell von der Tatsache ablenken, dass der Verfasser des Textes seinen eigenen Kopf aus der Schlinge ziehen will? Schliesslich handelt es sich um das dienstälteste Mitglied der Kommission für Gesundheit und Alter und somit den einzigen politischen Vertreter in diesem Gremium und Mitwisser von den Heimzuständen vor dem Curaviva-Bericht. Dass der gelobte ehemalige Kantonsratspräsident, welcher über seine Dienstzeit und darüber hinaus von den Vorteilen des Anstellungsreglements (dieses ist übrigens öffentlich und jederzeit einsehbar) von der Gemeinde profitierte, nun auf den Thron gehoben wird, ist in vielen Teilen absolut berechtigt. Dieser lässt aber auch fast keine Gelegenheit aus, den ehemaligen Arbeitgeber anzuschiessen, wie beispielsweise am 29. August 2019 in einer Schaffhauser Wochenzeitung.
 
Zum Schluss der Klarstellungen:
Meine obigen Ausführungen, liebe Leserin und lieber Leser, werden wohl nicht unbeantwortet bleiben. Selbstverständlich liegt es mir fern, eine Schlammschlacht anzufachen. Aber der Punkt wurde überschritten, wo man sich alles gefallen lassen muss und somit werde ich mir, falls nötig, gerne vorbehalten, Ihnen weiterhin in den nächsten Grossauflagen die Zusammenhänge zu erklären. Belegbares Material wäre genug vorhanden. Die Frage nach dem "Was ist richtig" und nicht "Wer ist richtig" scheint wichtiger als je zuvor. Wer sich objektiv mit der Institution Seniorenzentrum Im Reiat befasst sieht ganz schnell, was eigentlich alles geleistet und erschaffen wurde. Damit sollten wir uns auch wieder befassen können, nämlich mit dem Guten, welches zweifelsohne direkt vor unseren Füssen liegt.
 
Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Januarszeit und jenen, die sich im Schnee in den Sportferien tummeln einen erholsamen und unfallfreien Urlaub!
 
 
Herzlich und bis bald!
 
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
    
 
 


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