28.06.2016

Randnotizen Juni 2016 von Philippe Brühlmann

 
Liebe Einwohnerin, lieber Einwohner
 
Der Regen, der Regen…. Oh ja, wir hatten wahrlich viel Regen in den letzten Wochen. Es bildeten sich Teiche auf den Feldern, auf denen sich doch immer mal wieder ein paar Enten einfanden, die Biber schwoll mit dem Wasserpegel zeitweise stark an und die Aktivitäten mit Familie und Freunden wurden auch immer mal wieder etwas unterbunden. Gerade an den Wochenenden meldeten sich die Tiefdruckgebiete mit den entsprechenden Fronten rechtzeitig an - dies nicht immer zur Freude aller…. Nebst einigen Effekten, wo die Natur vom Wasser profitieren kann, gibt es aber auch einige Sorgen, beispielsweise auf den Kartoffelfeldern, welche durch Pilze und Fäulnis bedroht sind, oder beim Mais, der sich teilweise als erschreckend klein präsentiert.
 
Nichts desto trotz blieben wir glücklicherweise von grösseren Ereignissen verschont, vergleicht man mit den Hochwassern und Murgängen in alpinen Gebieten. Schaut man etwas zurück und studiert die Daten von unserer staatlichen Wetterinstitution, stellt man fest, dass sich das Klima statistisch gesehen effektiv seit den 80er Jahren relativ stark verändert hat. Basierend auf den Messungen, die in der Schweiz 1864 flächendeckend und systematisch begannen, gab es Mitte des 20. Jahrhunderts in den 40er Jahren einige überdurchschnittlich warme Sommerhalbjahre, worauf sich aber die Verhältnisse im Mittel wieder normalisierten. Der klare Trend in eine andere Richtung war dann aber nach dem angesprochenen Beginn in den 80ern mit sehr warmen Sommerhalbjahren erkennbar, anschliessend in den 90ern kamen die wärmer werdenden Winterhalbjahre dazu. Interessant dabei ist, dass sich die durchschnittlichen Temperaturen in den inneren Alpen zwischen 1864 und 2001 am meisten erhöht haben. Der kleinste Anstieg in dieser Messperiode ist südlich der Alpen festzustellen.
 
Die Niederschlagsmengen nahmen in dieser Periode ebenfalls zu, signifikant dabei sind die massiven Anstiege Ende der 70er- in die 80er Jahre hinein. Auffallend die späteren Erscheinungen mit den Niederschlagextremen über die Jahrtausendwende, beispielsweise die Unwetter mit den katastrophalen Auswirkungen wie in Gondo im Jahr 2000.
 
Somit bleibt festzustellen, dass in der Schweiz, gerade aufgrund der immer häufigeren Starkniederschlägen, das Wasser zur grössten der Umweltgefahren reüssierte und somit einen wesentlichen Faktor in der Klimaentwicklung in der Schweiz darstellt; dies im Gegensatz zu Regionen auf der Welt, die immer mehr unter akutem Wassermangel leiden.
 
Fazit: In der Schweiz ist im 20. Jahrhundert landesweit gemittelt eine Erwärmung von +1.4 °C festzustellen (entspricht gleichzeitig dem Trend pro 100 Jahre). Der grösste Anteil daran hatte das
Winterhalbjahr mit einer Erwärmung von +1.5 °C, während das Sommerhalbjahr um +1.1 °C wärmer wurde. Inwiefern sich dies weiterentwickelt resp. in welche Richtung der Trend im Allgemeinen geht, streiten sich die Experten; nicht zuletzt auch bezüglich der Daten, sind diese nicht überall gleich über diese langen Perioden vorhanden wie in der Schweiz. Unmittelbar spürt man jedoch überall einzelne Erscheinungen: Überdurchschnittliche lange und intensive Niederschlagsperioden, lange Wärmeperioden, Gletscherrückgang, Permafrostreduktionen und allgemein bisher in normaler Häufigkeit auftretende Wettererscheinungen, welche sich in ihrem Aufkommen zwar nicht häufen, aber extremer auftreten.
 
Vor lauter Wetter und Klima aber doch noch ein paar Informationen aus der Gemeinde:
Die Geschichte holt uns etwas ein, und zwar in einer nicht geringeren Frage als dem ehemaligen Tonwerkareal. Vielen Einwohnerinnen und Einwohnern sind die Tonwerke noch ein Begriff, welche am 24. Dezember 1944 von einer amerikanischen Bomberstaffel zerstört wurden. Kurz gesagt, viele Überbleibsel im Boden in Form von Ziegelsteinen kommen zum Vorschein und entsprechend soll das Areal als belasteter Standort eingetragen werden – aber auch klar als weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig deklariert sein, was schon mal nicht so schlecht ist. Dies fordert die Altlastenverordnung des Bundes.
 
Die Bundesfeier am 1. August wird wie letztes Jahr in der Badi stattfinden und wird im gewohnten Rahmen durchgeführt, wieder mit der feierlichen Übergabe des Freiwilligenpreises. Der Eintritt ins Schwimmbad ist an diesem Tag gratis. Nicht zu vergessen ist am Morgen der traditionelle Brunch in Hofen! 
 
Noch eine Info zum Alterswohnheim und etwas gegen eine allfällige Gerüchteküche: In Anbetracht der Schliessung des Pflegezentrums in Schaffhausen prüft der Gemeinderat und die Kommission für Gesundheit und Alter die Möglichkeit einer Gesamtauslagerung des Alterswohnheims. Dies nicht zuletzt, um eine allfällige Chance einer Verbesserung für alle Beteiligten und Vereinfachung des Bauablaufs und Minderung vieler Risiken nicht zu verpassen. Dabei gilt es, einige Zahlen zu erheben sowie Vor- und Nachteile abzuwägen. Wir sind entsprechend auch mit dem Vermieter, sprich dem Kanton, in engem Kontakt. Wie gesagt, es ist noch kein Entscheid gefällt, es wird momentan erst geprüft.
 
Liebe Leserin, lieber Leser, ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit und allen, die in die Ferien fahren einen erholsamen Urlaub.
Die nächsten Randnotizen erscheinen wie gewohnt Ende August nach der Sommerpause.
 
Herzlichst
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident Thayngen
 


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