27.05.2013

Randnotizen Mai von Philippe Brühlmann


Randnotizen Mai 2013

Liebe Einwohnerin, lieber Einwohner

In meinen letzten Randnotizen habe ich mich noch geäussert, wie die Natur ihre Farben zurückerhält und wie schön das saftige Grün ist, welches nach dem Winter zurückkehrt. Mittlerweile stelle ich mir aber die Frage: Wo sind denn eigentlich die Sonne und die warmen Temperaturen geblieben? Wahrscheinlich geht es Ihnen gleich wie mir, dass man langsam auf die Wetterkapriolen der letzten Wochen gerne verzichten würde. Ich sage zwar immer, man trägt die Sonne im Herzen. Irgendwann aber möchte man die Wärme nicht mehr nur aus der noch nicht abgestellten Heizung zu Hause erhalten.
Aber denken wir positiv und hoffen auf einen langen warmen Sommer und einen anschliessenden goldenen Herbst!


Abstimmung Wärmeverbund Oberdorf

Am 9. Juni werden Sie über die Vorlage Wärmeverbund Oberdorf abstimmen. Im Vorfeld hat der Gemeinderat mit einer Informationsveranstaltung im Ratskeller über die Absichten und die Inhalte präzis referiert und Fragen beantwortet. Ebenfalls gab es die Gelegenheit, an einem Samstag die Holzschnitzelanlagen zu besichtigen und man konnte sich über die Verhältnisse ein genaues Bild machen. Ein grosses Stück Technologie mit vielen Details. Diese Vorlage ist aus energiepolitsicher Sicht ein innovativer Schritt in die richtige Richtung. Der Gemeinderat würde sich sehr freuen, wenn der Souverän diese Ansicht teilt. Damit kann auch aus gewissen Abhängigkeiten der Anbieter fossiler Energieträger ausgetreten werden, mit dem angenehmen Effekt, die entsprechende Wertschöpfung in der Gemeinde zu behalten.


Finanzen und Steuern

Sie haben es alle gelesen. Die Gemeinde Thayngen schliesst mit einem positiven und sehr erfreulichen Resultat die Rechnung 2012 ab. Mit einem Einnahmenüberschuss von 1.3 Mio. Franken kann das wichtige Eigenkapital nach der Rechnung 2011 nochmals gestärkt werden. Die positiven Effekte offenbarten sich klar auf der Einnahmenseite der juristischen Personen. Daneben darf auch erwähnt werden, dass sich die finanzpolitische Disziplin lohnt.
Obwohl aber die Rechnung 2012 erfreulich abschliesst, warnt der Gemeinderat vor einer Euphorie. Die Aufgabe der Exekutive besteht auch darin, vorauszuschauen, die Zeichen der Zeit soweit wie möglich zu erkennen und entsprechend zu handeln und zu informieren. Daher muss darauf hingewiesen werden, dass kein Spielraum für Begehrlichkeiten gegeben ist. Die vorhandenen Ressourcen müssen weiterhin sinnvoll und gezielt genutzt werden.
Natürlich freuen wir uns über diesen Abschluss, aber die Realität zeigt auch ein paar andere Gesichtspunkte auf, die unsere Rechnung in Zukunft belasten werden: Anstieg individuelle Prämienverbilligung (IPV), Rückgang der Ressourcenbeiträge aus der Fusion mit dem Unteren Reiat, Kalibrierung der Besastufen in der Alterspflege, Mehrausgaben im Sozial- und Vormundschaftsbereich (Regionale Berufsbeistandschaft, KESB), allfällige Steuerrückzahlungen an juristische Personen etc.
Daher ist die Strategie des Gemeinderates unverändert, die Kosten so tief als möglich zu halten und konservativ und haushälterisch mit den finanziellen Mitteln zu verfahren. Dies einfach als Hinweis, dass wir gemeinsam weiterhin finanzpolitisch gefordert sind und steuertechnisch die Situation genau im Auge behalten werden.


Alterswohnheim

Der Umbau/Neubau des Alterswohnheims ist auf Kurs. Die Voranalysen, basierend auf dem Vorprojekt der Vorlage, sowie die Planungen sind angelaufen. Ebenfalls stehen die Organisationsstrukturen, welche dem Projekt zur Verfügung stehen. Die Baukommission AWH, der Projektausschuss, die Baubegleitung sowie die Architekten, das Baumanagement, die Bauleitung sowie die Bauingenieure haben zum Teil ihre Arbeit schon aufgenommen. Obwohl sich dies nach einigen „Playern“ anhört, darf man nicht vergessen, dass wir ein Projekt von 25 Mio. Schweizer Franken in Angriff nehmen. Zusätzlich spielt auch noch eine präzise Finanzkontrolle mit, damit die Mittel auch entsprechend richtig verarbeitet werden.


Die Altersstruktur und ihre Auswirkungen im Kanton Schaffhausen

Ich gehe noch kurz auf ein Thema ein, welches uns alle betrifft, möchte dies aber klar als reinen Denkanstoss verstanden wissen.
Ende April konnten wir mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass der aktuelle Bestand in unserer Gemeinde bei 5084 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt. Dabei sind auch sehr viele junge Leute, welche sich in unseren schönen Ortsteilen niederlassen.
Wenn wir nun unseren Kanton betrachten und die Statistiken, sehen wir gewisse Indikatoren, welche sehr interessant sind. Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass der Kanton Schaffhausen im Bereich der über
50-jährigen Frauen und Männer mit ca. 0.1% über dem Schweizer Mittel steht. Der Bevölkerungsanteil im Kanton der 1- bis 65-Jährigen liegt bei ca. 84%. Die restlichen 16 % sind Menschen ab dem Pensionsalter. Bezieht man sich nun auf die Quellen des Bundesamtes für Statistik (Altersstruktur) sowie die Aussagen der Eidgenössischen Finanzverwaltung (Gesundheitskosten) aus dem Jahr 2010, so ist ersichtlich, dass der Bevölkerungsanteil dieser 16 % einen Anteil der Gesundheitskosten von 45.1% ausmacht. Rechnet man nun in der bestehenden Entwicklung weiter, wäre dies bei den momentanen Altersstrukturen ein Anstieg der Gesundheitskosten von fast 10 Mio. Schweizer Franken pro Jahr. Die Hälfte entfällt auf die Krankenkassen, die andere Hälfte wird aus Steuergeldern finanziert. Somit hätten wir im Jahr 2020 einen Anstieg der Gesundheitskosten im Kanton Schaffhausen von rund 40 Mio. Schweizer Franken.
Solche Fakten erklären auch die Bestrebungen unserer Kantonsregierung, ein gesundes Bevölkerungswachstum zu erreichen, um diesen nicht immer gerade offensichtlichen Herausforderungen zu begegnen.


Schule und Weiteres

Letzte Woche wurde der Einwohner- sowie der Gemeinderat traditionsgemäss von der Schulbehörde eingeladen und über den neusten Stand informiert. Die Schülerzahlen in der Unterstufe und im Kindergarten sind gestiegen, hingegen an der Oberstufe rückläufig. Sehr erfreulich entwickeln sich die Zahlen der Tagesschule, welche ab Schuljahr 13/14 nun ihr Angebot auf den Kindergarten ausweiten kann und dadurch nochmals als Standortfaktor gestärkt wird.

Die Stiftung Kulturzentrum Sternen wird Ende dieser Woche im Handelsregisteramt eingetragen und so ihre Handlungsfähigkeit erreichen. Daneben werden Reglements erarbeitet und administrative Arbeiten erledigt. Die ersten Grundsteine der Kapitalbeschaffung wurden ebenfalls schon gelegt.

In der Zemänti-Süd-Angelegenheit sind immer noch die Verhandlungen am Laufen. Erfreulicherweise konnte der Gemeinderat von der Zustimmung der Kantonsregierung für die Verlängerung der Planungszone um 2 Jahre Kenntnis nehmen.


Ich wünsche Ihnen allen eine gesunde und erfolgreiche Zeit!

Herzlichst
Ihr Philippe Brühlmann

Gemeindepräsident Thayngen
 


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