21.03.2017

Randnotizen März 2017 von Philippe Brühlmann

 
Randnotizen März 2017
 
Liebe Leserin, lieber Leser
 
Der Frühling naht und die Temperaturen steigen tagsüber schon wieder langsam in angenehmere Bereiche. Morgens um 5 Uhr, wenn es anfängt zu dämmern, hört man die Vögel pfeifen und schöne Gefühle mit der Vorfreude auf die wärmere Jahreszeit kommen auf. Hoffen wir, dass uns nicht noch ein Sturm wie Stella, der aktuell die amerikanische und kanadische Ostküste unter tiefem Schnee begräbt, ereilt.
 
Interessantes aus der Natur
Momentan sind die Lurche wieder unterwegs. Auch auf unserem Gemeindebann gibt es Zonen, wo Frosch und Co. die Strassen überqueren wollen oder müssen, um die angestammten Laichgebiete zu erreichen. An diesen Stellen werden die Verkehrsteilnehmer gebeten, in der Dämmerung und nachts mit gewisser Vorsicht und vernünftigem Tempo Rücksicht auf unsere tierischen Freunde zu nehmen. Ein Froschleben beginnt wie bei allen Lebewesen mit der Paarung. Bei den Frühlaichern beginnt diese im zeitigen Frühjahr. Zu den Ersten gehören die Springfrösche, die schon Ende Februar laichen können. Später gesellen sich die Gras- und Moorfrösche zu der Wanderung hinzu. Die Erdkröten sind rund eine Woche später dran, meistens gegen Mitte März bis Anfang April. Diese Arten wandern oft gleichzeitig in sehr grosser Zahl zu ihren Laichgewässern, wie wir bei uns eine Vielzahl haben. Andere Arten wie die Laubfrösche, Unken, Wasserfrösche und Kreuzkröten (die sogenannten Spätlaicher) beginnen ihr wichtiges Laichgeschäft erst gegen Ende April oder Mai. Dies kann dann bis in den August in mehreren Phasen (va. bei den Unken) andauern. Diese kann man in unseren Gewässern sehr gut beobachten und es können einem interessante Momente beschert werden. Das meist kleinere Männchen klammert sich während der Paarung bei fast allen Arten unter den Achseln des Weibchens fest. Die Unkenmännchen hingegen halten sich an den Lenden des Weibchens und weichen somit vom Standard etwas ab. Dieses trägt das Männchen zu dessen Freude bis zu mehreren Tagen auf dem Rücken, aber meistens nie länger als eine Stunde am St��ck. Verständlich, dass auch mal eine Pause eingelegt werden muss. Bei den Frühlaichern wie etwa Grasfrosch und Erdkröte "reisen" die Männchen sehr bequem und komfortabel per Huckepack zu unseren Laichgewässern. Hat ein Männchen unglücklicherweise noch kein Weibchen gefunden, versucht es, eines durch Quaken anzulocken. Dies mit einer unglaublichen Kondition. Dieses Quaken kann sehr laut sein, wie beim Grünfrosch, dem Laubfrosch oder der verbreiteten Kreuzkröte. Deren Schallblasen verstärken das Quaken, so dass es mehrere hundert Meter bis gar Kilometer hörbar ist. Andere Froschlurche machen leiser auf sich aufmerksam, einzelne rufen fast nicht hörbar für unser Gehör unter Wasser. Das Quaken bedeutet aber nicht immer, um die Gunst eines begehrten Weibchens zu werben. Manchmal dient es dazu, dass eigene Territorium gegen Rivalen zu verteidigen. Dies kann zu ausgiebigen Ringkämpfen, die bis mehrere Minuten dauern, führen. Dabei versuchen sich die Männchen gegenseitig unter Wasser zu drücken. Wenn ein Männchen versucht ein anderes Männchen zu umklammern, stösst dieses ebenfalls einen Ruf aus, der auf den Irrtum aufmerksam machen soll. Fazit: Beim genaueren Hinsehen und Vergleichen unterscheiden wir uns wohl im Verhalten nicht mal so sehr. Gerade in der Politik wird auch bei uns manchmal gequakt und einige Verhaltensbeispiele werden aufgedeckt… aber auch in vielen anderen Bereichen wird die Schallblase gefüllt….
 
Weniger Interessantes in der Natur
Leider müssen wir feststellen, übrigens auch in benachbarten Gemeinden, dass es einige Hundehalter manchmal mit den Häufchen nicht so genau nehmen. Positiv muss man erwähnen, dass sich der Grossteil der Herrinnen und Herrchen der Verantwortung sehr bewusst sind und vorbildlich das Häufchen ihres besten Freundes mit dem orangen Säckchen (Gratis auch auf der Gemeinde erhältlich!) zusammen nehmen und in den vorgesehenen Robidogs entsorgen. Eine kleine Gilde schert dies jedoch nicht und dies zum Ärger aller anderen, mit der Konsequenz, ein ungerechtfertigt schlechtes Bild auf alle „Hündeler“ zu werfen. Es geht ja nicht nur darum, dass der Spaziergänger fluchend seine verklebten Profile mit dem nächstbesten Stäckli zu reinigen versucht. Es geht auch darum, dass die schönen saftigen Wiesen als Futter für Kühe und Co. verwendet werden und dort gehört weder ein Häufchen noch Abfall rein. Also, liebe Nichtangepasste, nutzt das Angebot dieser Robidogs. Sie sind keine Dekoration sondern ein Beitrag, die Solidarität aller Nutzer unserer schönen Wege und Landschaften zu fördern, was die Lebensqualität unserer Gemeinde beeinflusst. Vielen Dank!
 
Zum Schluss
Verpassen Sie nicht die Erzählzeit am 06.04.2017 um 19:30 Uhr im Sternen. Ein ausgezeichneter Autor, der Österreicher Reinhard Kaiser-Mühlecker, wird einen literarischen Leckerbissen nach Thayngen bringen.
 
Liebe Leserin, lieber Leser
Ich wünsche Ihnen einen schönen Start in den Frühling!
 
Herzlich,
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
 
 
 
 
 


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