25.09.2013

Randnotizen September 2013 von Philippe Brühlmann

Liebe Einwohnerin, lieber Einwohner
 
Langsam kommen sie wieder, die Morgennebel, die sich im Lichte der aufgehenden Sonne wie ein sanfter Schleier über die Landschaft legen. Romantische, ruhige Morgenstunden, die zum Spaziergang einladen und einem die einsetzende Verfärbung der Wälder bewusst werden lassen. Eine wunderschöne Jahreszeit beginnt, die Traubenernte steht an und lässt uns an die wunderbaren Weine unserer Gegend denken, die frischen Kartoffeln sind aus unserem fruchtbaren Boden geholt worden und viele schöne Feste und Anlässe künden sich an…
 
„Thäynge - suuber“
Am Samstag, 21. September konnte sich der Gemeinderat über einen sehr schönen Ansturm am Abfallsammeltag freuen. 50 Helferinnen und Helfer haben sich auf dem Kirchplatz eingefunden, um an diesem Morgen ihre Zeit fürs Säubern unserer Gemeinde zu investieren.
Der Erfolg stellte sich nach nur 2 Stunden Aufsammeln ein: Die vier Gruppen, welche sternförmig in alle Himmelsrichtungen ausgesandt wurden, überraschten mit 20 110-Liter-Abfall- und PET-Säcken sowie mit diversen Kübeln, voll, mit zum Teil bizarren Abfällen. Nebst Minitrottinet, Aquariumteilen, Zimmerteilwänden und Schubladen wurden die klassischen Litteringobjekte zusammen gelesen wie Aludosen, PET-Flaschen, Kaugummiverpackungen, Plastiksäcke, Lebensmittelverpackungen…. Es war alles dabei.
 
Die Ursache für das Littering hat verschiedene Gründe. Hauptgrund ist sicher das veränderte Konsumverhalten unserer Gesellschaft. Nebst dem Fast-Food-Konsum ist auch ein gewisser Individualismus festzustellen. Zudem finden auch immer mehr Anlässe auf öffentlichem Grund statt.
Interessant sind aber auch Studien, die belegen, dass zum Beispiel das Aufstellen von mehr Abfalleimern keinen markant positiveren Effekt gegen das Littering hat. Ebenso sind Plakatkampagnen nur von begrenzter Wirkung. Anlässe wie dieser „Clean-up day“ bringen auf der prophylaktischen Ebene nur kurzfristig etwas. Das Geheimnis liegt darin, dass wirkungsvoll gereinigt wird, denn Abfall zieht weiteren Abfall an oder auch auf den sozialen Druck gebaut wird (Angst vor dem Erwischt werden).
Interessanterweise sind die jüngeren Mitbürger unter 25 Jahren jene, die in der Gruppe ihren Abfall hinterlassen, die älteren Mitbürger tun dies, wenn sie alleine sind und sich nicht beobachtet fühlen. Mann und Frau sind in ihrem Littering-Verhalten gleich.
Aber der negative Einfluss der Gesamtproblematik ist enorm. Das BUWAL meldet, dass ein Kaugummi fünf Jahre braucht um sich zu zersetzen, ein weggeworfener Plastikbecher über 100 Jahre. Wiederkäuer auf der Wiese können an einem Stück Plastik verenden; man stelle sich vor, was von Alusplittern einer sorglos wegegeworfenen Getränkedose, die ins Futter gelangt, passieren kann. Auch die Halter von Hunden sind betroffen, welche ihre Lieblinge in der Wiese ihre Notdurft verrichten lassen ohne die Robidog-Säcke zu benutzen. Auch diese Art von Littering nimmt weiter zu, speziell bei uns und leider auch auf den Spielplätzen, wo sich die Kinder spielend die Zeit vertreiben.
Die Gemeinde wird zukünftig vermehrt auf Fehlbare achten und entsprechend reagieren.
 
Vandalismus
Leider gab es in der Turnhalle einen Vandalenakt. Die Gemeinde rechnet mit einem Schaden von ca. Fr. 5000.--. Auf das wie und was möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen; man kann aber sagen, dass der Kreativität manchmal wohl keine Grenzen gesetzt sind.
Die Gemeinde kennt in einem solchen Fall keine Toleranz und verurteilt solches Verhalten aufs Schärfste. Nach dem Vorfall wurden sofort Massnahmen zur Fahndung der Täter ergriffen, und dies mit Erfolg.
 
Budget
Wir sind am Budgetieren und Diskutieren. Obwohl ich Ihnen noch keine Zahlen nennen kann wird das Budget sehr wahrscheinlich mit einem vertretbaren Aufwandüberschuss zu Stande kommen. Besastufenkalibrierung, Krankenkassenprämienverbilligung, der Anstieg bei den Sozialhilfekosten sowie der Wegfall der Vormundschaftsbehörde ergeben insgesamt eine grosse Herausforderung an die Gemeinde. Aber die Ausgaben-Disziplin, der Wille für eine vernünftige Sparpolitik sowie der stetige Gesamtüberblick über die Finanzlage geben uns eine gewisse Sicherheit. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen.
 
Buskonzept für die Zukunft
Wie Sie sicher erfahren haben, wird die Linie 26 als Lebensader in den unteren Reiat noch für ein Jahr bestehen bleiben. Parallel dazu hat sich der Steuerungsausschuss ÖV Reiat Gedanken über zukünftige Konzepte gemacht. Die Gemeinde Lohn hat auch Einsitz in diesem Ausschuss, was den Perimeter vergrössert und ein klares Bedürfnis aufzeigt. Ein mögliches Modell wäre zum Beispiel ein Linienbetrieb in den unteren Reiat wie heute, jedoch nur noch morgens und abends, zusätzlich eine Art „Publitaxi“ für den ganzen Tag sowie die Sicherstellung der heutigen Schüler- und Kindergartentransporte. Somit wären viele Probleme gelöst… alle Ortsteile wären bedient, die Linie 26 hätte Bestand, von der Ausdehnung betroffene Quartiere in Thayngen (Beispiel Ebringerstrasse) hätten Anschluss an den weiteren ÖV. Auch da werde ich Sie gerne wieder informieren, sobald wir mehr wissen.
 
Nun wünsche ich Ihnen allen eine gesunde und erfolgreiche Zeit und den Feriengängern einen schönen und erholsamen Urlaub!
 
Herzlichst
Ihr Philippe Brühlmann
 
Gemeindepräsident Thayngen
 


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