28.09.2015

Randnotizen September 2015 von Philippe Brühlmann


Liebe Einwohnerin, lieber Einwohner

Der Herbst nimmt langsam Einzug; die ersten Verfärbungen in den Wäldern kann man schon sehen, die Tage werden wieder kürzer und wahrscheinlich wird sich bald ein erster Morgennebel über unserer Gemeinde bilden. Diese Jahreszeit ist für viele Menschen eine der schönsten, hat sie einen speziellen Charakter. Dabei spielt sicher auch die Weinernte eine Rolle und durch den warmen und wunderschönen Sommer sind auch einige Trauben in der Reife ein bisschen voraus und die Aussichten auf einen guten Jahrgang sind ausgezeichnet. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kirschessigfliege keinen Strich durch die Rechnung macht…

Die Budgetphase…

Ja, liebe Leserin und lieber Leser, was der Gemeinderat schon vor 3 Jahren angekündigt hat und jedes Jahr immer wieder kommunizierte, trifft nun ein. Ein grosser Einbruch des juristischen Steuersubstrates hat uns nun erreicht; man konnte nie genau in Erfahrung bringen, wann er kommt und wie hoch er sein wird, obwohl der Gemeinderat stetig am Ball geblieben ist und hartnäckig nachgehakt hat. Eine solche Situation über die letzten 3 Jahre ist schwierig, weiss man nie so genau, was auf einem zukommt. Der Gemeinderat hat sich diesbezüglich vorbereiten können, dass er Szenarien durchrechnen konnte und somit weiss, welche Konsequenzen finanzplantechnisch getragen werden müssen. Es wird auch so sein, dass der Gemeinderat in seiner Funktion seine Verantwortung wahrnehmen muss und das heisst, dass auch unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen. Ich hoffe auf ein gewisses Verständnis, wenn die Debatte losgeht und die Zahlen definitiv bekannt sind. Fakt ist: Die Gemeinde Thayngen ist gefordert wie schon lange nicht mehr!

Unsere Jugend…

Ich höre immer mal wieder einen Spruch… „Die Jungen von heute, die sind nicht mehr wie wir früher waren“… Nun, was sagt man darauf, welche Antwort hat man parat, wie war denn die Jugend früher, wie waren wir alle früher…
Wahrscheinlich gibt es verschiedene Aspekte: Einerseits haben sich schlichtweg die Zeiten geändert und damit die Gewohnheiten im Freizeitverhalten. Auch die Gesetze sind anders als früher, kann nur schon durch die neue Strafprozessordnung ein frisiertes Töffli heute viel strenger gehandhabt werden als früher… inwiefern dies hilft oder schadet, lasse man an dieser Stelle offen. Und dass sich mitunter auch der Musikstil über die Jahrzehnte immer wieder ändert und die etwas älteren Mitmenschen heutige Musik, die „total In“ ist, als Lärm empfinden, lässt sich nicht ganz vermeiden; das war schon immer so. Ich kann mich gut erinnern, wie sich meine Eltern am 80er-Pop genervt haben, wenn der Schall aus dem Zimmer ein gewisses Mass erreichte. Also mit anderen Worten, die Jugendlichen von heute machen eigentlich nicht viel Anderes als wir früher. Ein gewisses „Hörner“ abstossen braucht‘s, auch um in der Gesellschaft eine gewisse „Überlebensfähigkeit“ zu erlangen…
Ein ganz anderer Aspekt sind aber meines Erachtens die Eltern der Jugendlichen: Warum tolerieren Eltern, dass ihre Jugendlichen auf Schul- und Turnhallendächern Alkparties machen und entsprechende Spuren der Verwüstung hinterlassen? Warum tolerieren Eltern das Littering ihrer Jugendlichen, welches bis zum Bierflaschenverschlagen auf dem Silberbergspielplatz führt, wo sich in Folge die kleinen Knöpfe lebensgefährliche Verletzungen zuziehen können? Bringen Eltern nicht mehr bei, dass der leere Chipssack in den bereitgestellten Abfalleimer gehört und nicht auf die Turnwiese?
Warum müssen die Kabel des Schulzahnklinikwagens mutwillig mittels eines Vandalenaktes zerstört werden? Weshalb werden an der Dreifachhalle immer wieder Scheiben zerschlagen oder Wellblech verbeult? Wo sind denn die Eltern, wenn die Jugendlichen nachts ohne Licht am Velo oder am Töffli umherfahren und auch ich schon aus dem Auto bellte, weil ich fast jemanden angefahren habe? Müssen diese Leben denn gefährdet werden?
Also, liebe Eltern, schauen Sie bitte hin, was ihre Jugendlichen machen! Dies mag schulmeisterlich klingen, aber dort liegt genau der Unterschied zu den Jugendlichen von früher… nämlich bei den Eltern!

Was uns sonst noch beschäftigt…

Die Zemänti-Süd-Geschichte geht in eine nächste Runde…. Nachdem sich der Einwohnerrat für einen Gegenvorschlag zur Initiative entschied, hat das Komitee die Initiative zurückgezogen. Der Gemeinderat hat dies zur Kenntnis genommen und somit auch einen neuen Abstimmungstermin festgelegt, und zwar der 15. November. Die Einzelheiten können Sie dem Abstimmungsbüchlein entnehmen. Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Bevölkerung ihre Meinung abgeben darf und dieses Ziel ist erreicht. Wie es rauskommt, wird man sehen…

Unser Pfahlbauerhaus hätte ja eigentlich aufgrund der Informationen aus dem Kanton von der eidgenössischen Natur und Heimatschutzkommission beurteilt werden müssen. Nun kam aber die Antwort aus Bern, dass es diese Stellungnahme nicht brauche, da das Haus ja nicht in einem schützenswerten Bereich nationaler Bedeutung liege. Nun, wir haben das ja bei der Baueingabe schon gewusst, werden diese aber nun nochmals eingeben. Das Schöne dabei, egal welche Stelle es betrifft und was für alle gilt: Man lernt eben nie aus…

Liebe Leserin und lieber Leser, ich wünsche Ihnen einen schönen Start in den farbigen Herbst und geniessen Sie die Zeit!

Herzlichst
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident Thayngen
 


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