28.08.2018

Randnotizen August 2018 von Philippe Brühlmann

 
Liebe Leserin, lieber Leser
 
Vielleicht erinnern Sie sich; in meinen letzten Randnotizen vor den Sommerferien im Juni sprach ich von einem fulminanten Start in den Sommer. Nun, heute beim Verfassen dieser Zeilen bin ich zwar immer noch der Meinung, dass dieser Start wirklich gut war, jedoch mittlerweile der ganze Sommer als ein bisschen zu trocken ausgefallen sein dürfte. Ebenso war die Hitzewelle, die uns in Mitteleuropa gefangen hielt, doch eher ausserordentlich und langanhaltend, was sich mittlerweile auch sichtbar manifestiert. Ein Teil unserer schönen Gegend gleicht von den Farbtönen her eher der Toskana im Sommer als einer in unseren Breitengraden gewohnten Umgebung zu dieser Jahreszeit. Auffallend die Wälder, welche stark unter der Trockenheit leiden. Die Buchen ziehen das vorhandene Wasser aus den Blättern um sich zu schützen und der Borkenkäfer hat Hochsaison bei den durch die Trockenheit geschwächten Nadelbäumen. Nun, man kann sich anhand der Wurzeln von den Bäumen vorstellen, wie lange es wohl regnen müsste, bis die nötige Feuchtigkeit tief genug eindringt, damit sich die Wälder wieder erholen können….Mindestens 2 Wochen Dauerregen wären wahrscheinlich nötig, um die komplett ausgetrockneten Böden wieder in einen normalen Zustand zu bringen.
 
Was unsere Wasserversorgung anbelangt, haben wir das Glück, auf einem mächtigen Grundwasserstrom, einem sogenannten Aquifer oder Grundwasserleiter, zu liegen, wobei das Pumpwerk Büte diesen anzapft. Dieser Strom, welcher das artesische Wasser (Wasser, welches durch natürlichen Druck nach oben fliesst) aus einer mit Schotter zugeschütteten Rinne von Binningen her liefert, wird mit einer über 40m tiefen Bohrung seit den 60er Jahren genutzt, um ein Grossteil des Trinkwassers zu fördern. Der Strom scheint momentan unerschöpflich, aber auch dieser wird seine Grenzen irgendwann erreicht haben. Die Trockenheit war dermassen gross, dass sich der Gemeinderat entschlossen hat, die Einschränkungen des Kantons auszuweiten und ein komplettes Feuerverbot auf dem gesamten Gemeindebann zu erlassen. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen für die Einhaltung der Regeln und den disziplinierten Umgang damit herzlich bedanken. Die Gefahr eines Wald- oder Flurbrandes ist trotz den vereinzelten kurzen Niederschlägen immer noch nicht gebannt und somit bleibt das Verbot bestehen.
 
Nun, ich glaube, es wäre vielleicht das falsche Gefäss, an dieser Stelle noch den Klimawandel anzusprechen. Jedoch soll es als Hinweis erlaubt sein, diesem Thema pragmatisch zu begegnen, respektive rein wissenschaftlich eine Betrachtung zu wagen. Persönlich habe ich längstens aufgehört, auf Klimawandelleugner oder den diametral in der Meinung agierenden Klimawandelvertretern Gehör zu schenken. Klimawandel fand und findet immer statt, unabhängig dessen, was jetzt stattfindet. Man muss sich einfach überlegen, was sich momentan abspielt und dies basierend von Messungen, Statistiken und Forschungen betrachten. Es wird Erwärmungen auf unserem Planeten geben wie auch wieder Eiszeiten. Eine vertiefte Betrachtung zeigt einfach, dass der Klimawandel zwar nicht vom Menschen initiiert, jedoch aktuell zünftig beschleunigt wird. Es lohnt sich nicht, sich um methanspeiende Kühe in Südamerika zu streiten oder auf jene zu zeigen, die mit dem Flugzeug in die Ferien verreisen. Es ist eine Gesamtbetrachtung mit allen Facetten und Zusammenhängen nötig, um dieser Herausforderung zu begegnen. Was die gesamte Menschheit damit macht, wird man sehen.
 
Nach diesem kleinen Exkurs ins Klima möchte ich es nicht unterlassen, noch ein paar Hinweise zu notieren:
Meine Wenigkeit wurde im Zusammenhang mit der vorgesehenen Optimierung der Tagesstrukturen darauf angesprochen, ob der Gemeinderat die Schliessung des Reiatschulhauses auf Raten vorsehe. Nun, liebe Leserin und lieber Leser, sollten Sie dieser Aussage auch schon mal begegnet sein, hier mein einfaches Nein. Es ist nicht vorgesehen, das Schulhaus zu schliessen. Mehr noch, dieser Gedanke ist dem aktuell tätigen Gemeinderat noch nicht einmal in den Sinn gekommen. Die Sache wird auch hier, wie es beim vorhergehenden Thema sein sollte, basierend auf Verhältnissen und Zahlen beurteilt. Die Klassen im unteren Reiat sind voll, es wurde vor ein paar Jahren ein Kindergarten angebaut und die Prognose der Schülerzahlen im unteren Reiat zeigt eine längerfristige Stabilität. Somit kann ich nur darum bitten, diesem Gerücht kein Gehör mehr zu schenken.
 
Noch kurz zu den Anlässen:
Am letzten Wochenende feierte der Musikverein Thayngen sein 100-jähriges Jubiläum. Herzliche Gratulation dazu! Wir hoffen, dass die nächsten 100 Jahre ebenso mit tollen Darbietungen geschmückt sind.
 
Dann ging am Sonntag die Experimentelle 20 bei uns in Thayngen zu Ende. Schade, ist diese Ausstellung schon vorbei, jedoch stehen die nächsten tollen Exponate schon bereit.
 
Und nicht vergessen, am 9. September feiert die Arbeitsgemeinschaft pro Unterer Reiat sein 40-Jahr-Jubiläum. Diese AG hat unter anderem den Reiatweg und die schönsten Feuerstellen des Kantons ins Leben gerufen und unterhält diese auch. Es erwartet Sie dort ein riesiges Programm und die Übergabe des Naturparklabels vom Bundesamt für Umwelt wird gleich auch noch stattfinden….
 
Liebe Leserin, lieber Leser, bis bald und eine gute Zeit!
 
Herzlich
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
 
 


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