16.12.2019

Randnotizen Dezember 2019 von Philippe Brühlmann


Liebe Leserin, lieber Leser
 
Nun ist es soweit, Weihnachten steht vor der Tür und ich hoffe, dass Sie sich etwas von meinen November-Randnotizen inspirieren liessen und dem Fest ruhig und besinnlich ohne grossen Stress begegnen dürfen. Meine Wenigkeit jedenfalls ist auf gutem Kurs, da ich mir vorgenommen habe, nicht erst am 24. Dezember noch kurz in die Läden zu stürmen und mich für das Familienfest zu rüsten. Weil, ich gebe zu, dass es Momente gibt, wo ich diese leichten unangenehmen Schweissausbrüche bekomme… vielleicht kennen Sie das Gefühl, wenn so ein Tröpfchen oder mehrere den Rücken herablaufen und man weiss eigentlich gar nicht so genau warum. Nun, meine "Momente" habe ich genau in solchen Situationen, wo ich auf den letzten Drücker in einer langen Schlange vor der Kasse eines Supermarktes stehe und mir mit vielen anderen Leuten einen gewissen Einkaufsstress auferlege. Meistens zeigt sich ein Bild einer speziellen prä-transaktiv veranlagten Gruppe, nun bald den gesamten Inhalt des mehr als vollen Einkaufswagen aufs Band zu legen, nach dem Scannen wieder einzupacken und dann noch die Sache zu bezahlen. Beim Zahlprozess erscheinen die berühmten Kollateralverhalten, welche den Druck meistens noch erhöhen… "Händ Sie Cumulus?" kommt die Frage der netten Kassierin, worauf ich krampfhaft nach meiner entsprechenden Karte suche. Verzweifelt auf der Suche nach einer Auflockerung der Situation versuche ich noch auf die Frage eine witzige Antwort zu geben und frage die Kassierin zurück, ob man's mir wieder ansieht, wobei ich gleichzeitig mit beiden Händen untersuchend mein Gesicht betaste… Der Witz kommt nicht gut an, er ist auch nicht gut, auch gar nicht bei jener Person, die hinter mir ansteht und sieben weitere überfüllte Wagen dahinter, mit weiteren leicht angespannten Menschen stehend. Wo habe ich auch nur die letzten Cumulus-Gutscheine hingesteckt… und die Sucherei geht weiter. Ebenso nach dem letzten Kassenzettel, dessen Strichcode über den Barcodeleser mir eine Verdreifachung meiner heutigen hart erarbeiteten Punkte versprechen. Nachdem ich nun mit meiner zweiten Kreditkarte bezahlen konnte, nachdem die erste natürlich zu wenig Deckung vorwies, geht’s ans einpacken, wobei mein Grosseinkauf dafür sorgt, das am Ende des Bandes der Kassierin ein Stau entsteht. Wieder spüre ich, wie die strafenden blitzenden Blicke der noch in der Reihe stehenden Menschen mich treffen und ein weiteres Schweisströpfchen, wahrscheinlich einer gewissen Angst oder Panik geschuldet, bahnt sich seinen Weg über meinen Rücken. Schlussendlich sind die Einkaufstaschen gefüllt und wieder fein säuberlich in den Wagen verladen. Nun geht’s zurück nach Hause, das T-Shirt unter meinem Hemd klebt am Rücken und fühlt sich unangenehm an. Auf der Strasse beim Heimfahren erlebt man, dass die anderen Verkehrsteilnehmer auch noch nicht ganz zur besinnlichen Zeit gefunden haben. Aber es ist geschafft, die Fütterungszeit kann beginnen…
Nun, so habe ich es schon unzählige Male getätigt. Aber dieses Jahr nicht, liebe Leserin und lieber Leser, dieses Jahr habe ich ein bisschen vorgeplant, dass genau solche Situationen vermieden werden können. Weihnachten ist ein besonderes Fest und irgendwie sollte man es sich einrichten, dass die Kommerzialisierung mal bei Seite gelegt und wirklich auch im Advent etwas innegehalten werden kann. Es gibt, nebst der Bedeutung von Weihnachten, so viel Schönes in dieser Zeit zu entdecken, dass man sich ruhig darauf einlassen und sich entspannen und besinnlich mittreiben lassen kann…
 
Ich wünsche Ihnen allen von Herzen ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes neues Jahr!
 
Herzlich
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
    
 
 


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