24.01.2017

Randnotizen Januar 2017 von Philippe Brühlmann

 
Randnotizen Januar 2017
 
Liebe Leserin, lieber Leser
Ich hoffe, Sie hatten einen guten und gesunden Start ins neue Jahr. Vielen ging es nicht so gut in unserem Umfeld, da sich eine hartnäckige Grippe eingenistet hatte, welche über Wochen die Betroffenen begleitete und beschäftigte: All jenen eine gute Besserung!
 

Thaynger Umgebung

Das Jahr hat begonnen mit einer schönen Neujahrswanderung; es wurde darüber berichtet. Es ist schon immer wieder erstaunlich, was unsere Gegend auf dem Gemeindebann und in der Nachbarschaft alles bietet. Nebst einer wirklich schönen Landschaft sind die geologischen und archäologischen Attraktionen bei uns in einer Vielzahl vorhanden. Nur ist man sich dessen nicht so bewusst, da diese vor der Haustür liegen und schon immer da waren… Die geologischen Schätze können wir einfach erleben….Langloch und Kurzloch, Teufelsküche und Findlingsweg. Archäologisch sind Kesslerloch, Pfahlbauersiedlung (jetzt mit Haus beim alten Weiher) oder Keltengräber in Dörflingen die Highlights. Daneben stehen noch herrliche Wege für jedermann zur Verfügung, wie beispielsweise der Reiat-Weg oder der Biberweg. Sogar ein Teil der berühmten Mountainbikeroute 50 führt durch unsere schönsten Ecken und bietet herrliche Aussichten. So sind es unzählige Attraktionen, die Thayngen und die Ortsteile bieten.


 
Alterswohnheim

An der Einwohnerratssitzung letzte Woche wurde eine Interpellation beantwortet bezüglich die Mehrkosten aus dem Um- und Neubau des Alterswohnheims und die Auswirkungen auf die zukünftigen Taxen für unsere Bewohnerinnen und Bewohner. Diese Interpellation, liebe Leserinnen und liebe Leser, gehört aus meiner persönlichen Sicht wohl zu einer der wichtigsten dieser Anfragen, die in letzter Zeit gestellt wurden.

Es ist tatsächlich so, dass die Mehrkosten des Um- und Neubaus, welche beim heutigen Stand von CHF 4.45 Mio. liegen, auch einen Einfluss auf die Taxen haben werden. Nun aber der Reihe nach: Basierend auf den ersten Berechnungen bewertete man damals in der Planungsphase (2014) einen groben durchschnittlichen Anstieg der Pensionstaxen von ca. CHF 12 - 18 pro Tag, je nach Zimmerkategorie. Mittlerweile zeigt sich die Situation so, dass, wie auch in einer vorhergehenden Interpellation bezüglich die Baukosten erläutert, die Kosten um rund 18% gestiegen sind, was sich aufgrund der gesetzlichen Vorgaben auch auf weiterführende Taxstrukturen auswirken wird. Der Hauptanteil für die Erhöhungen fallen auf die schon eingesetzten und vom Volk verabschiedeten CHF 25 Mio. Das Altersbetreuungs- und Pflegegesetz schreibt vor, dass der Betrieb einer Institution wie unser Alterswohnheim, über die Taxen der Bewohner/Innen finanziert werden muss. Wie die Interpellantin absolut richtig festgestellt hat, müssen auch die Abschreibungen und Kapitalzinsen über den Betrieb finanziert werden, was natürlich in der Konsequenz mit den Kostenüberschreitungen auch einen grösseren Einfluss auf die Taxen haben wird. Aufgrund der sich präsentierenden Situation wird das Alterswohnheim nach Beendigung des Um-und Neubaus seine Taxen massiv nach oben korrigieren müssen, um die laufenden Kosten zu decken; die Grundtaxe wird sich wahrscheinlich im Bereich von etwas unter CHF 150.- bewegen. Aus den Berechnungen kam hervor, dass die Hauptherausforderung nicht grundsätzlich an den Mehrkosten des Umbaus/Neubaus, sondern in der Natur der gesamten Investition liegt…


Buslinie

Die Buslinien sind gemäss Information des Gemeinderates an der letzten Einwohnerratssitzung des vergangenen Jahres auch wieder ein Thema. Der Gemeinderat hat an jenem Abend seinen Entscheid kundgetan, den Fortsatz der Linie 24 nach Opfertshofen ab Fahrplanwechsel 2017 zu streichen. Nun, da sich der Gemeinderat immer mal wieder das eine oder andere Fremdwort wie beispielsweise „Bananenrepublik“ oder „Brüssel vom Reiat“ anhören muss, ist es wohl an der Zeit, Zahlen, Daten und Fakten auf den Tisch zu legen.

Erstens: Vor nicht allzu langer Zeit hat sich eine Kommission mit Lösungen auseinandergesetzt. Mit Hilfe von Sponsoren und einem entgegenkommenden Unternehmen konnte das Reiattaxi als Ergänzung zum bestehenden ÖV ins Leben gerufen werden und wurde in eine Testphase geschickt, wobei dieses Angebot relativ schnell einen grossen Zuspruch fand. Dieses Modell hatte den Vorteil, dass das Angebot gestärkt wurde, ohne dass die Gemeinde zusätzliche Steuergelder für die Buslinie 26 in die Hand nehmen musste oder dieses konkurrierte, die bezüglich dem Kostendeckungsgrad stark gefährdet war. Der Einwohnerrat hat dieses Projekt dann nach einem Jahr, ohne die Testphase abzuwarten, an der Budgetdebatte für 2016 im Jahre 2015 gestrichen. Ein Schuss ins eigene Bein sondergleichen, sind nun aber die gleichen Exponenten wieder aktiv geworden bezüglich dem „kläglichen“ Angebot der Linie 26. Es sei darauf hingewiesen, dass die Linie 26 nicht zuletzt für die Schülerinnen und Schüler im unteren Reiat sowie für die Pendler einen guten Dienst erweist und die entsprechende Bedeutung damit manifestiert.

Zweitens: Das „Brüssel vom Reiat“ hat sich nach der erstmaligen Streichungsankündigung der Linienführung 24 bis Opfertshofen seitens des Kantons klar und deutlich auf die Seite der Gegner der Streichung begeben und sich für den Erhalt eingesetzt. Aber hat auch klar darauf hingewiesen, dass das Angebot auch benutzt werden muss, ansonsten diese Weiterführung nicht gewährleistet werden kann. Nun, nach einem Jahr Erfahrung und Zählung hier die Fakten (Durchschnitt): Tagestotal Fahrgäste pro Tag auf der Linie 24; Reiathöfe nach Opfertshofen, Montag – Freitag: 6 Fahrgäste. Bei den 8 Kursen pro Tag macht das im Schnitt 0.75 Fahrgäste pro Fahrt. Rückwärtig von Opfertshofen zu den Reiathöfen, Montag - Freitag 8 Fahrgäste, was bei den 8 Kursen pro Fahrt 1 Fahrgast ergibt. Im Jahr sind dies 6700 Fahrkilometer mit 44-plätzigen-Bussen im Durchschnitt mit 0.75 bis 1 Fahrgast. Nun, ich verzichte an dieser Stelle auf die ökonomische und ökologische Fragestellung. Bei den Fahrzeiten sieht es so aus, dass die Linie 24 zwischen 2 und 4 Minuten schneller nach Schaffhausen verkehrt als die Linie 26 inkl. S-Bahn (die Linie 26 ist entsprechend auf die Bahn an den Anschluss von/nach Thayngen getaktet).

Drittens: Der Gemeinderat hat sich bisher prinzipiell aufgrund der Bedeutung auf die Linie 26 konzentriert, da sehr viele Abhängigkeiten bestehen, sei dies für die Schüler, Pendler, Wanderer etc.. Die Linie war bisher sehr stark gefährdet, weil sie den Kostendeckungsgrad nicht erreichte, was normalerweise zur Streichung der Beiträge seitens des Bundes und folglich des Kantons führt. Nur durch zusätzliche Beiträge, sprich Steuergelder seitens der Gemeinde, konnte der Kostendeckungsgrad gehalten und die Linie weiterbetrieben werden. Da die Fahrgastzahlen den entsprechenden Kostendeckungsgrad beeinflussen, sind natürlich die, wenn auch wenigen Passagiere der Linie 24, u.U. das Zünglein an der Waage, wenn diese auf der Linie 26 fehlen.
Nun, man kann schon einen Stundentakt oder sogar Halbstundentakt auf dieser Linie fahren wenn man will. Die Frage stellt sich rein nach der Finanzierung und dem Modell. Bezahlen muss es jemand, wenn die Kosten nicht gedeckt sind… Der Gemeinderat ist aber auf jeden Fall gesprächsbereit, vielleicht findet sich eine gute Lösung!
 
Liebe Leserin, lieber Leser
Ich wünsche Ihnen eine schöne Winterzeit und all jenen, die in die Sportferien fahren, viel Schnee, sonniges Wetter und eine unfallfreie Zeit!
 
Herzlich,
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
 
 
 
 


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