26.03.2019

Randnotizen März 2019 von Philippe Brühlmann

   
Liebe Leserin, lieber Leser
 
Ein spannender Monat liegt schon fast hinter uns…. Nebst dem intensiven und fröhlichen närrischen Treiben der letzten Wochen und vielen anderen Veranstaltungen, wie beispielsweise das wunderbar ausgestaltete Chränzli des Musikvereins, wird es langsam wieder etwas ruhiger, zumindest was die angenehmen Abendanlässe anbelangt. Auf der politischen Seite und dem Tagesgeschäft jedoch geht es im normalen stetigen Tempo weiter, und das ist gut so. Nochmals kurz zurück zu dem närrischen Treiben: Nebst den normalen Tages- und Wochenmedien aus unserer Gegend konsumiere ich auch einen Teil der Zeitungen aus der angrenzenden deutschen Nachbarschaft. Es ist eigentlich erstaunlich, wie stark die Zeit der Fasnacht in den Zeitungen vertreten ist. Der weitverbreitete Südkurier hat über Wochen täglich über wahrscheinlich fast alle Anlässe mit Bildern berichtet…. Entmachtete Bürgermeister, ausgedehnte Umzüge, Frühschoppensprüche, anhängliche Hexen, Fanfarenzüge und vieles mehr prägten die vielen Seiten der Zeitung. Es erstaunt mich immer wieder, wie über wenige Kilometer Distanz die kulturellen Unterschiede so unterschiedlich sind: Bei uns eher kurz und intensiv mit vielen Guggenmusiken und Sujetwagen prägen ennet der Grenze Holzmasken in allerlei Formen diese Zeit. Ganz zu schweigen von der Basler Fasnacht, welche mit Larven, dem Morgenstreich und dem Cortège den Weg ins Unescowelterbe schaffte…. Spannend und schön, wie vielfältig wir uns auf kleinstem Raum bewegen und damit viel Farbe in unser Leben gebracht wird.
 
In nächster Zeit geht einiges, auf eidgenössischer und folgend auch auf kantonaler Ebene. Beispielsweise die STAF oder ausgeschrieben die Steuerreform und die AHV-Finanzierung, über welche wir am 19. Mai 2019 abstimmen werden. Für den Wohlstand der Schweiz sind eine international wettbewerbsfähige Besteuerung der Unternehmen und eine verlässliche Altersvorsorge zwei wichtige Grundlagen. Die Reform der Unternehmensbesteuerung ist notwendig, weil gewisse Steuerprivilegien nicht mehr den internationalen Anforderungen entsprechen. Die AHV wiederum gerät zunehmend in finanzielle Schieflage, weil immer mehr Menschen eine AHV-Rente beziehen. Diesbezüglich hört sich die Vorlage eigentlich gut an und es ist zu hoffen, dass sich bei einer Annahme auf Bundesebene auch unser Kantonsrat bei der Anpassung des kantonalen Steuergesetzes entsprechend kompromissbereit zeigt. Schlussendlich geht es schlichtweg um eine Gleichbehandlung aller juristischen Personen mit sozialem Ausgleich an die AHV. Und um allfällige Ausfälle bei den Gemeinden zu entlasten, wird ein Teil des zukünftig erhöhten Kantonsanteils der direkten Bundessteuer an die Gemeinden fliessen. Ein direkter Einfluss auf die Bürgerinnen und Bürger wäre u.a. eine Erhöhung der Kinder- und Ausbildungszulage um Fr. 30.- resp. Fr. 40.- und eine in der Vorlage genannte Steuergutschrift von Fr. 320.- pro Kind und Jahr, was den Familien zu Gute kommen soll. Alles in allem eine ausgewogene Vorlage und wie schon erwähnt muss man hoffen, dass das Kantonsparlament auf allen politischen Seiten über den eigenen Schatten springt und hüben wie drüben seine Ideologien zugunsten der Allgemeinheit etwas hinten anstellt….
 
Ebenso werden wir über die Umsetzung einer neuen EU-Waffenrichtlinie abstimmen, wobei die Zielsetzung des Missbrauchs von Schusswaffen und der direkte Schutz der Bevölkerung im Fokus stehen. Bei einer Nichtannahme, so die Argumentationen, würde man aus dem Schengen-Dublin-Abkommen ausscheiden, bei einer Annahme, so wird von Bundesrat und Parlament versichert, würde der Schiesssport weiterhin unangetastet bleiben. Nun, man kann sich dabei eine Meinung bilden und kommt offensichtlich in dieser Thematik zwangsläufig in andere Grundsatzfragen: Einerseits die Frage der Souveränität und Selbstbestimmung unseres Landes im Zusammenhang mit der Übernahme des europäischen Rechts und andrerseits auch der Punkt des Schengen-Dublin-Abkommens. Dieses Abkommen kann man Hinterfragen, welche vor und Nachteile es unserem Land gebracht hat. Dies scheint nicht so dramatisch. Die Frage stellt sich eher, was es ganz Europa gebracht hat, ob und wie es funktioniert und wie es die einzelnen Staaten als EU-Mitglieder effektiv anwenden….
 
Auf kommunaler Ebene sind wir auch gefordert, ich habe es in den letzten Randnotizen schon erwähnt. Es stehen die Schulraumerweiterung des Reckenschulhauses sowie die Teilrevision der Ortsverfassung an. Zu diesen Themen wird am 10. April eine Information des Gemeinderates stattfinden. Ebenso wird am Donnerstag der Einwohnerrat tagen und eine reich befrachtete Traktandenliste abarbeiten.
 
Vielleicht noch etwas zu unseren Wäldern. Wie Sie sicher feststellen, hinterlässt der Sommer 2018 nun seine sichtbaren Spuren, was in diversen Medien berichtet wurde. Die langanhaltende Trockenheit hat sich stark auf die Populationen des Borkenkäfers ausgewirkt, was nun zu den nötigen Korrekturmassnahmen führt und bedauerlicherweise auch einige Schneisen in unseren nadelholzbestockten Wäldern hinterlässt. Da der Winter auch eher niederschlagsarm war sind die Waldböden grundsätzlich immer noch trocken und es ist zu hoffen, dass der Frühling noch einiges an Niederschlägen bringt. Aber, wie bereits gesagt, sind die Eingriffe nötig, um die restlichen Bestände so gut wie möglich zu schützen.
 
Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühlingsbeginn und bis bald!
 
Herzlich,
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
 
 


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