28.10.2019

Randnotizen Oktober 2019 von Philippe Brühlmann


Liebe Leserin, lieber Leser
 
Die Wahlen sind vorbei, es wird etwas ruhiger und die Strassenränder zierenden Plakate mit den netten Leuten sind schon zahlreich verschwunden. Keine Angst, ich werde an dieser Stelle keine Analyse niederschreiben, davon konnten wir bereits genug lesen. Manche Dinge sind überraschend, andere Tatsachen eher weniger… Fakt ist aber, dass das im Wahlkampf gesagte oder versprochene im folgenden Tagesgeschäft in der Regel nicht gleich "heiss" behandelt wird, da in der Sache doch wieder vertiefter hingeschaut wird. Lassen wir uns nun von den nächsten 4 Jahren überraschen…
 
Naturparkgesetz
Das Naturparkgesetz wird am 17. November unserer Stimmbevölkerung vorgelegt, da die 4/5-Mehrheit im Kantonsrat zugunsten dieses Gesetz nicht erreicht wurde. Nun, ohne hier allzu tief eine Abstimmungsbotschaft zu verfassen, möchte ich doch ein paar Aspekte beleuchten. Und das wir gleich zu Beginn Klarheit schaffen: Persönlich hatte ich immer einen kritischen Blick auf den Naturpark geworfen und viel hinterfragt, bin nun aber Mitglied im Ja-Komitee zur Abstimmung. Das hat folgende Gründe: Das vorliegende Gesetz soll ausschliesslich die kantonalen Beiträge an den Naturpark regeln. Es geht in keiner Weise um Naturpark Ja oder Nein. Dieser existiert, hat Anfangs 2018 den 10-Jahre dauernden Betrieb aufgenommen und daran ändert sich nichts. Der Park existiert und wird auch weiterhin existieren, ob das Gesetz nun kommt oder nicht. Wir Thaynger sind im Park dabei und nun soll dies auch vollumfänglich genutzt werden, und zwar was geht! Wir haben aktuell viele erfolgreiche Beispiele auf unserem Gemeindebann, wo der Naturpark einheimische Produkte fördert und in den Handel bringt, dass diese Plattform auch von so vielen wie möglich in Zukunft genutzt werden muss. Anders gesagt, Wirtschaftsförderung für den ländlichen Raum, was bisher gut gelingt aber natürlich noch einige Perlen brachliegen. Andererseits muss man bemerken, dass auch die Gemeinde bei anderen Projekten stark profitiert, beispielsweise bei der Aufwertung der Landschaft, Wald, Biodiversität, Aufwertung von Naturschutzgebieten, Energieprojekte u.v.m.. Dabei hat die Gemeinde von Bundesbeiträgen mehrfach zurückerhalten, was an Mitgliederbeiträgen bisher bezahlt wurde. Nun, der Kern liegt ja darin, dass es um die CHF 300'000.00, die der Kanton laut Finanzierungschlüssel jährlich an den Naturpark beitragen soll. Die Gegner führen ins Feld, dass sich die Nichtmitgliedsgemeinden dabei indirekt beteiligen müssen, ohne dass sie etwas davon haben. Auf den ersten Blick könnte dies Sinn machen, auf den zweiten Blick darf aber ein anderer Aspekt aufgezeigt werden. Nehmen wir unser schönes Nachbardorf Dörflingen. Teilt man die CHF 300'000.00 des Kantons durch den Bevölkerungsanteil, könnte man argumentieren, dass sich diese Nichtmitgliedsgemeinde mit ca. CHF 5'000.00 an dem Betrag des Kantons beteiligt. Dies scheint etwas ungerecht, weil offensichtlich hat die Gemeinde Dörflingen nichts davon. Betrachten wir nun die Gesamtheit an der Wertschöpfung, welche dieser Park für unseren Kanton im gesamten bringt (viele erfolgreiche Produkte als Beispiel bringen Gewinne und damit Steuersubstrat), partizipieren auch die Nichtmitglieder wiederum am gesamten Kantonstopf. Es gäbe noch viele Aspekte zu beleuchten, jedoch als Fazit nochmals die wichtigen Punkte: Der Park existiert, die Vorlage ist eine reine Finanzierungsfrage seitens des Kantons. Der Park selber bietet Chancen für unser einheimisches Gewerbe und die Landwirtschaft und bringt aktuell eine stattliche Wertschöpfung für unsere Region. Also müssen wir dieses Instrument und die Chancen nutzen.
 
Hundegaggi
Ein altes, aber leider immer noch aktuelles Thema sind die unangenehmen Häufchen, welche weiterhin von Herrchen oder Frauchens bestem Freund hinterlassen werden. In zahlreicher Anzahl in Futterwiesen, auf und am Rande unserer schönen Wanderwege und leider auch auf unseren Spielplätzen, wo sich unsere Kinder tummeln… Hmmm, fein, kann man da zynisch sagen. Während die Mehrheit an Hundehaltern sich korrekt verhält, werfen ein paar Einzelne "mir-egal-Charakteren" ein schlechtes Licht auf jene, die sich Mühe geben und die Robidogs entsprechend nutzen. Die Hunde können nichts dafür. Ich appelliere jedoch dringend an jene, die es noch nicht begriffen haben, dass sie sich und vor allem auch dem Ruf der sich korrekten verhaltenden Hundefreunde sehr schaden. Die Säckchen sind übrigens gratis und können auf der Gemeindeverwaltung bezogen werden.
 
Forst
Wie Sie auch schon in den Medien vernommen haben, ist die Situation im und um den Wald nicht besonders rosig. Trotz mehr Niederschlägen als letztes Jahr sind die Schäden, welche die Trockenheit verursachte, auch dieses Jahr mit voller Wucht zu spüren. Gerade der Buchdrucker respektive der Borkenkäfer befiel unzählige Fichten, da sich die Bäume immer noch auf einem sehr tiefen Flüssigkeitsgehalt bewegen und dadurch den gefrässigen Zeitgenossen beste Voraussetzungen bieten. Nebst der Tragik, die den Wald betrifft, hat dies auch volkswirtschaftliche folgen: Tiefe Preise, Probleme beim Absatz, Konsequenz, viel Hackholz und Export zu schlechten Bedingungen… und viel ändern wird sich in der nächsten Zeit an dieser Situation wohl nichts und es bleibt eine Herausforderung.
Die gute Nachricht: Das neu gebildete Forstrevier, sprich, die Zusammenarbeit mit den Reiatgemeinden Dörflingen, Lohn, Stetten und Büttenhart ist erfolgreich gestartet. Verstärkt wird das Forstteam ab nächstem Monat mit einem neuen Forstwart und aufgrund der anfallenden Arbeiten wird der Einsatz sehnlichst erwartet, und darauf freuen wir uns.
 
Noch mehr Freude…
…machen zwei Meldungen, die uns stolz machen dürfen: Zeitung aufgeschlagen, grosse Augen gemacht und gefreut… Herzliche Gratulation der Metzgerei Steinemann für die grandiose Goldmedaille und weitere Auszeichnungen. Und ebenfalls Gratulation zum gelungenen Kürbiskernkochbuch, ganz toll gemacht, Rahel Brütsch mit Familie. Und, nicht zu vergessen, drücken wir die Daumen, Thayngen steht voll in den Startlöchern für Switzerland's next Topmodel… Wir drücken die Daumen!
 
Ich wünsche Ihnen eine gute und erfolgreiche Zeit!
 
Herzlich
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
 
 
 


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