Morgetshofsee/Rudolfersee


Fauna, Flora und Geologie
Der Morgetshofweiher und der Rudolfersee im Chirchenfeld sind sog. Toteisseen. Es sind Seen aus der letzten Eiszeit, der Würmeiszeit (vor ca. 18 000 Jahren). Nach dem Abschmelzen der Gletscher blieben Eisreste zurück, die nach dem Auflösen des Eises kleine Becken bildeten, in denen das Wasser liegen blieb. Diese Toteisseen haben keinen oberirdischen Abfluss, deshalb ändert sich, den Niederschlagsmengen folgend, die Höhe des Wasserstandes. Nach ausgiebigen Regenfällen können diese Kleinseen ihre Oberfläche enorm vergrössern und das Umland unter Wasser setzen. Nach längeren Trockenperioden ziehen sie sich ganz auf ihre angestammte Mulde zurück. Dieser Umstand, die wechselnden Wasserstandshöhen, ist ein Faktor, dass diese Toteisseen eine solch vielfältige Tier - und Pflanzenwelt beherbergen.

Eine Wanderung zu diesen Seen lohnt sich zu jeder Jahreszeit Im Winter tummeln sich auf dem Wasser nebst den einheimischen Wasservögeln auch viele Wintergäste aus dem Norden und Osten. Als Wintergäste seien erwähnt: Reiherenten und Tafelenten.

Der Morgetshofsee als Amphibienlaichgewässer
Bisher wurden acht verschiedene Amphibienarten bestimmt, denen der Morgetshofsee als Laichgewässer dient, nämlich: Grasfrosch, Wasserfrosch , Springfrosch, Laubfrosch Bergmolch, Kammmolch, Teichmolch, Erdkröte

Deshalb wurde der Morgetshofsee in das Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Die Molche leben sehr versteckt und unscheinbar, man bekommt sie kaum zu Gesicht. Hingegen können die Frösche und die Kröten (auf dem Laichzug) gut beobachtet werden, wobei der Laubfrosch der Star ist, gilt er doch als "Märlifrosch" und als Wetterfrosch. Halten sie bitte bei ihren Beobachtungen die Naturschutzregeln ein (sie sind angeschlagen).

Die Vögel
Die beiden Toteisseen dienen einigen Wasservögeln als Brutgebiet. So finden wir hier die Stockente, das Blässhuhn, den kleinen Zwergtaucher und den grossen Höckerschwan. Alle ziehen hier ihre Jungen auf. Nicht als Brutvogel, sondern als Amphibienjäger, tummelt sich der Graureiher an den Seen. Bei einigem Glück wird man Zeuge eines geradezu sensationellen Vorganges: Man kann einem Baumfalken zusehen, der über dem Wasser Grosslibellen jagd und diese noch im Flug verspeist.

In der Hecke nördlich des Morgetshofsees baut der Neuntöter sein Nest und nebenan singt die Goldammer ihr bekanntes Liebeslied (Wie,wie,wie,wie wie, ... hab ich dich lieb).

Morgetshofsee und Rudolfersee haben auch eine grosse Bedeutung als Lebensraum für Libellen. Sowohl Grosslibellen als auch Kleinlibellen sind hier heimisch. Unter den Azurjungfern-Arten besticht die sehr seltene Mond-Azurjungfer, die in der Schweiz vom Aussterben bedroht ist.

Auf unserem Rundgang um die Toteisseen erfreuen wir uns auch an der hier vorkommenden Flora. Einige Beispiele seien hier erwähnt: Der ästige Igelkolben, die gelbe Schwertlilie, der Wasserknöterich, der Bach-Nelkenwurz, der bittersüsse Nachtschatten, der Blutweiderich, der gewöhnliche Gilbweiderich, das Sumpf-Vergissmeinicht, die Kuckuslichtnelke und viele mehr.

Naturschutzarbeiten der Gemeinde
Der Rudolfersee war vor einigen Jahren gänzlich verbuscht, es war keine offene Wasserfläche mehr vorhanden. Die Naturschutzkommission der Gemeinde erarbeitete ein Projekt mit dem Ziel, wieder einen naturnahen Weiher mit offener Wasserfläche zu erstellen. Dieses Projekt wurde ausgeführt, mit dem Ergebnis, dass wieder viel mehr Leben an den Weiher zurückgekehrt ist.

Pflegemassnahmen
Periodische Regeneration der offenen Wasserflächen, regelmässige Wasserkotrollen. Gehölze sind periodisch zu schneiden, ebenso der Schilfgürtel, das Sumpfland, die Puffer - und die Ueberschwemmungszonen. Besonders ist darauf zu achten, dass in den beiden Toteisseen keine Fische, die grössten Feinde des Amphibienlaiches, vorkommen.


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