Die Thaynger Geschichte


Gut 10'000 Jahre sind verflossen, seit Menschen sich auf Thaynger Boden niederliessen. Damals bewohnten die Rentierjäger der älteren Steinzeit das "Kesslerloch", eine prähistorische Wohnhöhle.



Erst viel später, als nach dem Gletscherrückzug der Urwald auf dem kargen Boden gewachsen war, siedelten sich die Menschen der jüngeren Steinzeit im "Weier" an. Spätere Ansiedler, wohl keltischer Herkunft, wurden samt ihren Herren den Römern von den germanischen Alemannen nach Süden abgedrängt. Die Neueinwanderer liessen sich links und rechts des Rheins nieder.

Gesiedelt wurde auch im zweiteiligen Dorf auf beiden Seiten der Biber, angelehnt an den bald entstehenden grossen Rebberg. Dieser beschäftigte und ernährte unsere Einwohnerschaft bis ins letzte Jahrhundert.
Der Thaynger Rotwein war weitherum begehrt und wurde bis vor hundert Jahren zum grössten Teil nach Süddeutschland ausgeführt.

Unser Dorf wird 995, die Kirche 1157 erstmals erwähnt. In der folgenden Zeit vernehmen wir, dass die Grundherrschaft über das Dorf an die Klöster St. Blasien im Schwarzwald und Petershausen bei Konstanz gelangte. Die Kirche unterstand dem Domkapitel von Konstanz.

Von der Freiheitsliebe und dem regen Kampfgeist der Thaynger hören wir schon im Jahre 1454. Allgemein bekannt ist der "Thaynger Sturm" zur Zeit des Schwabenkrieges um 1499, als die Thaynger sich gegen ein schwäbisches Ritterheer verteidigten. Das Dorf wurde verbrannt und die Mannschaft zog sich auf den befestigten Kirchturm zurück, wo sie bis zu ihrem Tod jeden Angriff abwehrte.

Politisch standen die Thaynger unter der niederen Gerichtsbarkeit dreier Vögte: Der Herren von Stoffeln, Imthurn und Fulach, die beiden letzteren bauten ihre Schlösser im "Oberhof" und auf der "Steig". Schliesslich erwarb Schaffhausen zwei Drittel der Thaynger Herrschaft. Imthurn war ebenfalls
Stadtbürger, so dass unser Dorf mit der Stadt 1501 zur Eidgenossenschaft kam.

Im 18. Jahrhundert brachten der Rebbau und besonders das Gastgewerbe viel Wohlstand ins Dorf. Es entstanden stattliche Wohnhäuser und Gasthöfe wie "Sternen", "Adler", "Rotes Haus" und "Dr. Bernets Haus", die noch heute eine Zierde unseres Dorfes bilden.

Den grossen Fortschritt für die Schaffhauser Landgemeinden und Thayngen brachte das Revolutionsjahr 1798 mit der Beseitigung der Bevormundung durch die Stadt Schaffhausen und der Gleichstellung von Stadt- und Landbürgern.

Im Jahre 1863 wurde die badische Bahn Schaffhausen-Singen eröffnet, welche der Industrie den Weg ins Bauerndorf ebnete.

Die nun einsetzende gewerbliche und industrielle Entwicklung sowie die Fusionen mit Nachbargemeinden brachten uns bis heute eine Zunahme der Bevölkerung von 1181 Einwohnern im Jahre 1888 auf knapp 5'000 Einwohner heute. Damit folgte den Industriebauten im Unterdorf ein Kranz von modernen Wohnbauten rund um den sorgfältig gepflegten Dorfkern des alten Weinbaudorfes als Spiegel unserer Zeit.
 
 
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